Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Recht und Politik
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Seite - 271 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 271 - in Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft

Bild der Seite - 271 -

Bild der Seite - 271 - in Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft

Text der Seite - 271 -

© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 DerBegriff der „traditionalvalues“ ist imVN-KontextdurchgezieltePoliti- sierung regelrecht vergiftetworden,was die sachlicheAuseinandersetzung er- heblich erschwert. Dies ist umso bedauerlicher, als die Thematik selbst ja dringenderKlärung bedürftig wäre. Die Gefahr besteht, dass sich die Grund- satzdebatteüberdasVerhältnismodernerMenschenrechte zuethischenTradi- tionendurchNegierungderjeweilsentgegengesetztenExtrempositionnurnoch imKreisedreht. 3. Hermeneutischsensible„Posttraditionalität“der Menschenrechte Die Spannung, die dieDebatteüber „traditional values“ undMenschenrechte durchzieht –TraditionversusModerne,Kontextualität versusUniversalismus, Historizität versus normativeUnbedingtheit usw. – lässt sichweder harmoni- sierendüberspielennochmiteinemSchlagaufheben.Siekannaberauchnicht durcheinenKompromiss auf halberLinie entschärftwerden, sondernverlangt nach systematischer Klärung. Ohne eine prinzipielle Klärung droht der An- spruchderMenschenrechte insgesamt zuverschwimmen. Er könnte entweder einemhistorischenKontextualismusverfallen, indemdieMenschenrechtsidee ihre normative Prägnanz verlierenwürde, oder in einen sterilenGegensatz zu gewachsenenethischenTraditionengeraten,der fürdieAkzeptanzchancender Menschenrechteverheerendwäre. AlsAusgangspunkt fürdieanstehendeKlärungkanndasFaktumderPlura- lität dienen, das die modernen Gesellschaften durchweg kennzeichnet. Im KontextvonModernisierungsprozessenhatsichsolchePluralitätoftkrisenhaft Bahn gebrochen, wie sich paradigmatisch an den frühneuzeitlichen europäi- schenKonfessionskriegenzeigen lässt. Schondamals stellte sichdieFrage,wie ein faires Miteinander zwischen unterschiedlichen Gruppierungen gelingen konnte,mit neuer Radikalität. Solange ethische und rechtliche Ordnungsvor- stellungenunmittelbardemSelbstverständniseinerbestimmtenkonfessionellen Traditionentsprangen,war einZusammenlebenmitAndersgläubigenauf glei- cher Augenhöhe praktisch ausgeschlossen.Wie auch hätte eine substanzielle Verständigung gelingenkönnen,wenndie einen auf das päpstlich beglaubigte Naturrecht setzen,währenddie anderen imPapstden„Antichrist“ sahen.Ver- treibungen,DiskriminierungoderZwangsbekehrungenwurdenallenfallsdurch Phasen einer pragmatischenToleranzpolitik abgelöst, auf die aber letztlichnie Menschenrechteund„traditionelleWerte“:EinehoffnungslosvergifteteDebatte? 271 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
zurück zum  Buch Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft"
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben