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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 DabeihandeltessichnichtumeinealleinigeVerantwortung.Sekundärstehen auchnichtstaatlicheAkteurewie z.B.Religions-undWeltanschauungsgemein- schaften in der Pflicht.12Ein ausschließlich auf den Staat ausgerichtetesMen- schenrechtsverständnis würde sowohl dem Auftrag der Menschenrechte, alle Menschen in den essentiellen Elementen und Bereichen der menschlichen Existenzzuschützen,diederMenschbrauchtzumÜberlebenundzumLebenals Mensch, als auchder gegenwärtigen globalisiertenRealität nicht gerecht. „Die VerengungderPerspektiveaufden(National-)Staatwürdeheutedazuführen,zu übersehen, inwelchemMaßenichtstaatliche,v.a.ökonomischeGewaltUrheber vonMenschenrechtsverletzungen sind.“13 Primär gegenüber dem Staat, aber auch demnach sekundär gegenüber nichtstaatlichen Akteuren können Men- schenrechteAbwehr-(Unterlassen,Untätigkeit),Leistungs-(positivesTun)und Schutzansprüche (Vermeidung von Übergriffen in menschenrechtlich ge- schütztenElementenundBereichen)beinhalten. DerHinweis auf diese komplementäre Verantwortung von nichtstaatlichen Akteuren für dieMenschenrechte zielt keineswegs auf eineVerkleinerung der VerantwortungvonStaatenab.Dieswäreauchnicht legitimierbar.Staatensind als Völkerrechtssubjekte rechtlich verbindlich an Achtung, Schutz, Durchset- zungundRealisierungderMenschenrechtegebunden.14Mitgesetzgeberischen undadministrativenMittelnhabensiedafürzusorgen,dassdieMenschenrechte verwirklichtwerden. Inder rechtlichenDimensionderMenschenrechteerfährt dieser nationale Menschenrechtsschutz eine Ergänzung durch regionale und internationale Menschenrechtsmechanismen, damit das staatliche Wirken überwacht und im Dienste der Gewährleistung des universellen Menschen- rechtsschutzes substantiell ergänzt wird. Dieses „staatenzentrierte“ Menschen- rechtsverständnis entspricht auch der konzeptionellen Entstehung der Men- schenrechteinderrechtlichenDimensionalsRechtsansprüchedesIndividuums gegenüber dem Staat. Daher hängt auch ihre Umsetzung – sowohl national, 12 Vgl.PeterGKirchschläger (Hg.),DieVerantwortungvonnichtstaatlichenAkteurengegen- über denMenschenrechten, Religionsrechtliche Studien 4, Zürich 2017; Peter G. Kirch- schläger,Wirtschaft undMenschenrechte, in: IngeborgGabriel / Peter G. Kirchschläger / Richard Sturn (Hg.), EineWirtschaft, die Leben fördert.Wirtschafts- undunternehmens- ethischeReflexionenimAnschlussanPapstFranziskus,Ostfildern2017,S. 241–264;PeterG. Kirchschläger, Multinationale Konzerne und Menschenrechte, in: ETHICA 23/3/2015, S. 261–280. 13 Hans Jörg Sandkühler, Art. Menschenrechte, in: Ders. (Hg.), Enzyklopädie Philosophie, Hamburg2010,Sp.1530–1553,hier: Sp.1550. 14 Vgl.WalterKälin, Einführung, in:Ders. / LarsMüller / JudithWyttenbach (Hg.), Bildder Menschenrechte,Baden2004,S. 14–37,hier:S. 17;ChristophA.Spenl8,NeueEntwicklungen imVölkerrecht.ZurUmsetzungdesinternationalenPaktesüberwirtschaftliche,sozialeund kulturelle Rechte von 1966 (UNO-Pakt I), in: Peter G. Kirchschläger (u.a.) (Hg.), Men- schenrechte undWirtschaft imSpannungsfeld zwischenState undNonstateActors, Inter- nationalesMenschenrechtsforumLuzern IHRF2,Bern2005,S. 197–224. PeterG.Kirchschläger308 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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