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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 durch dieAufgabe eines der gesetzlich geschützten Feiertage der römisch-ka- tholischenKirchekompensiertwerdenkönnen.Der liturgischwenigerwichtige Pfingstmontagkönntebeispielsweiseals flexiblerpersönlicherFeiertag für alle ReligionsgemeinschaftenzurVerfügunggestelltwerden.Leiderhat sichdie rö- misch-katholische Kirche in der Diskussion viel zu still verhalten, sodass ein solcherVorschlaggarnicht ernsthaftdiskutiertwurde. DiegrößtenProblemeimBereichderReligionsfreiheitzeigensichallerdings imUmgangmitdemIslamundseinemweiterenUmfeld.Dasneue Islamgesetz von2015weist zwar ineinigenBereichendeutlicheFortschrittegegenüber sei- nemVorgängerausdemJahre1912auf,wozubeispielsweisedieErrichtungeiner theologischenAusbildunganderUniversitätWiengehört.AufderanderenSeite zeigtdiesesGesetzaberauch,wie sehrderStaat immernochpaternalistisch in Religionsbelange einzugreifenversucht.Amauffälligsten indieserHinsicht ist dasVerbot,fürdiegewöhnlichenTätigkeitenderReligionsgesellschaftMittelaus demAuslandzuverwenden(Islamgesetz§6Abs. 2).DieseRegelungfindeteine erstaunlicheParallele imReligionsgesetzChinas, das einähnlichesVerbot aus- spricht, umausländische Einmischungen in religiöseAngelegenheiten zu ver- hindert. Zurecht kritisierte der Theologe und Friedensforscher Heinz-Günter Stobbe diese Einschränkung der Religionsfreiheit in China. Er hielt fest, dass „dasstrengeVerbot irgendwelcherstrukturelleroderfinanziellerVerbindungen zwischen chinesischenReligionsgemeinschaftenund ihrennicht-chinesischen Schwesterorganisationen alle Christen trifft, besonders empfindlich natürlich die römisch-katholische Kirche mit ihrer konstitutiv übernationalen Struk- tur“.21Österreich kommt in seinem Islamgesetz dieser chinesischenRegelung sehr nahe und schränkt die Religionsfreiheit auf ähnlicheWeise ein. Die rö- misch-katholischeKirche inÖsterreichhätte eigentlich lautdagegenprotestie- ren müssen. Abschließend möchte ich das hinsichtlich der Religionsfreiheit problematische Agieren des österreichischen Staates im Blick auf das Alevi- tentumdarstellen. 21 Heinz-GüntherStobbe,ChristenfeindlicheGewalt:OpferundTäter.ChristenimInteressens- undMachtgeflecht vonGesellschaft, Staat undKirche, in: Georg Plasger /Heinz-Günther Stobbe(Hg.),GewaltgegenChristen.Formen,Gründe,Hintergründe,Leipzig2014,S. 9–71, hier: S. 58. Religionsfreiheit inÖsterreich:EinkritischerBlick 351 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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