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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 dass durch das Entfernen der religiösen Symbole die Nichtreligiösen mögli- cherweise privilegiert werden.11Überdies provoziert er die ideologiekritische Rückfrage,wiedasentstehendesymbolischeVakuumneugefülltwird.Eswäre naiv zu glauben, dass die Universität eine ideologiefreie Zonewäre, in der es keineAkteuregäbe,welchedieLeerstelle gerneneuundandersbesetzen. 6. VerpassteChancenunddeutlicheWorte DaskooperativeStaat-Kirche-Verhältnis inÖsterreichhätteaucheineRegelung erlaubt, abweichend vonder fächerübergreifendenHörsaalvergabe inwenigs- tens einemderRäumedasKreuz zubelassen.DieserKompromiss, der ander Universität Innsbruck nach einem zähenRingen zwischenUniversitätsleitung und Theologischer Fakultät immerhin erzielt wurde, hätte auch inWien ein Erinnerungssignal gesetzt, dass die europäischenUniversitäten imMittelalter aus denKloster- undKathedralschulenhervorgegangen sind.Außerdemhätte eine solche Lösung demUmstand Rechnung getragen, dass sich der weltan- schaulichneutrale StaatUniversitäten leistet, inderenFächerkanonReligions- forschung nicht nur aus der Beobachter-, sondern auch aus der Teilnehmer- perspektive,nämlichdurchbekenntnisgebundeneTheologien,betriebenwird.12 DerAbschiedvondenKreuzenausdenHörsälenderUniversitäthättesonicht kommenmüssen.Eswäre fatalerAusdruckeiner„retrospektivenFatalitätsillu- sion“(RaymondAron),davonauszugehen,dassallessokommenmusste,wiees gekommenist.Dashieße,denFreiheitsspielräumenderhandelndenAkteureim 11 Vgl.meine Intervention: Jan-Heiner Tück, GegendieweißeWand. Ein leicht laizistisches Gefälle: InWiensollendieTheologenkünftig inHörsälenohneKreuzunterrichten. Istdas richtig?, in: F.A.Z. am15.02.2018 (Nr. 39), S. 9, sowie die zustimmendeReplik vonGeorg Essen,UngleicheZumutungenbeimBlickaufdieweißeWand.DerAbbauvonPrivilegienfür das Christentum darf nicht die Religionslosen privilegieren, in: F.A.Z. am 19.02.2018 (Nr.42), S. 13. 12 DerBeschluss der Fakultätsleitung, beimRektorat denAntrag zu stellen, einender neuen HörsäledemAndenkenFranzKardinalKönigs (1905–2004)zuwidmen,magmanalsVor- schlag zurGütewerten.KönigwarhabilitierterReligionswissenschaftlerundEhrendoktor derUniversitätWien.DasRektorathatdemAntragderFakultätsleitung inzwischenpositiv entsprochen. Bei der Einweihung des „Franz-König-Hörsaals“ am 3.Oktober 2019 – der Kardinalstitel wurde vomSenat der Universität kassiert – erinnerte die Historikerin und langjährige Büroleiterin vonKardinal König, Dr. Annemarie Fenzl, daran, dass dieser die Theologienichtals„WärmestubefürmüdeGeister“,sondernals„gefährlicheWissenschaft“ verstandenhabe.DasisteindenkwürdigesWort.GleichwohlwirdauchderNamevonFranz KönigbeialldengroßenVerdiensten,diediesersichumdieErzdiözeseWien,dieKirchevon Österreich, die Erneuerung der katholischenWeltkirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965)erworbenhat,nichtdasZeichendesGekreuzigtenundAuferstandenen ersetzenkönnen,demPaulusimHymnusdesPhilipperbriefs„denNamenüberalleNamen“ (Phil 2,10) zugeschriebenhat. Kreuzesabnahme 437 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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