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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 der ständigenGefahr aus, dass auch der anderemal Recht haben könnte. Am EndeeinenKompromisszufinden,dasistkeineSchwäche,sonderndaszeichnet unsaus!DieFähigkeit zumKompromiss istdieStärkederDemokratie.“4 Dialog, soscheintes, ist ein„Luxus“,densich leistenkann,werseiner selbst gewiss ist.Werdagegen in seiner Identität verunsichert ist, grenzt sich abund meidetdasRisikoderAuseinandersetzung:dasNeue,derAnderekönnteihmja denBodenunterdenFüßenwegziehenunddasFremdeihnüberfremden.Dieses Gefühl der Inferiorität, denn darumhandelt es sich letztlich, kann sich auch einerganzenGenerationundeinerganzen(Teil)Gesellschaftbemächtigen.Dann gehtesprimärumSelbstsorge,Selbstbewahrung,Selbstinszenierung–undum Selbstgenügsamkeit,mehrschoneinZeichenvonRegression,womansichselbst genugistundesnichtmehrnötighat,sichmitdemAnderenabzugeben.Manist anAlexisdeTocquevilleerinnert,derschon1835diesePhänomeneimAmerika seinerZeitbeschrieb. „UninteressierteBürger, einVolkvonHändlern,nichtmitdemGemeinwohlbeschäf- tigt, sondernmit sich selbst. Je stärker derWohlstand steigt, umsounpolitischer die Menschen.UndjeunbegrenzterderLiberalismusschaltetundwaltet,umsoblasserdas politische Bewusstsein der Bürger. AmEnde, so prophezeite Tocqueville, werde die Demokratieausgehöhltsein.DieBürgerverzichtetenaufihreBeteiligung,undderStaat wandelt sichzueineralleserfassendenWohlfühldiktatur,ästhetischegalitär,politisch totalitärundbestechendsmart.“5 DasklingtwieeineParabelaufunsereheutigeWohlfühlgesellschaft, indersich jeder selbstderNächste ist. DamagmansichmitWehmutdaranerinnern,wienochunterdemEindruck derKatastrophedesZweitenWeltkriegsdieEinsichtdawar, dass es eineWelt- organisation zur Förderung von Frieden und Freundschaft zwischen denNa- tionengebenmüsse– indemBewusstsein:„AlleMenschensindfreiundgleich anWürdeundRechten geboren“ (Art. 2 derAllgemeinenErklärungderMen- schenrechte,1948).DochnochniestandendieMenschenrechte,wiesie1948 in Parisniedergelegtwurden,derartunterDruckwieindiesenTagen.Denngerade derenUniversalität – seinerzeit Frucht eines geglücktenProzesses der „Werte- generalisierung“ (Hans Joas) –wirdvonRegierungen auf der ganzenWelt zu- nehmendund systematisch inFragegestellt. Schlimmernoch: Selbst dieLegi- timität undNotwendigkeit universellerMenschenrechte steht unter Beschuss. Wir sind,mit einemWort vonHeinrichGeiselberger, „Zeugen eines Zurück- 4 Ebd. 5 Precht,Europa. PeterKlasvogt462 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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