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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 Sorge fürdasEwige anvertrautwerden solle,12derKircheoderdemStaat?Der AufklärerMendelssohnweistbeideMöglichkeitenabundentwickelteinedritte. Dennbeide, StaatundKirche, „vertragen sich seltenanders, als umeindrittes moralischesWesen,dieFreiheitdesGewissens,dievonihrerUneinigkeiteinigen Vorteil zu ziehenweiss“.13 InGesellschaften, die aufderGrundidee größtmög- licherSelbstbestimmungdesEinzelnenentstehen,istschonfürMendelssohnals VertreterderAufklärungeineVielfaltvonreligiösenMeinungendieKonsequenz derFreiheit. Die Bedeutung der Religionsfreiheit wird seit der Aufklärung weiterentwi- ckelt. So erklärte 1975 derÖkumenische Rat der Kirchen in Nairobi: „Keine ReligionsgemeinschaftdarffürsichReligionsfreiheitbeanspruchen,ohneselbst die Glaubensüberzeugungen und die grundlegendenMenschenrechte der an- derenzurespektierenundzuwahren.“14 Dass religiöse undweltanschauliche Konflikte die inzwischen pluralistisch gewordenenGesellschaftennicht zerreissen, ist auf dasGrundrechtderReligi- onsfreiheit zurückzuführen. Dieser grundrechtliche Ansatz bietet den Religi- onsgemeinschaften auch innerhalb des Rechtsstaates einen institutionellen RahmenfürdieLösungihrereigenenKonflikte,wieweiteruntennochzuzeigen seinwird. 1.2. AktuelleHerausforderung Im Kontext der rechtlichen Anerkennung weiterer Religionsgemeinschaften schreibtCharlesTaylor ineinemGutachten:„DerUmgangmitmoralischerund religiöser Vielfalt ist eine der grösstenHerausforderungen,mit denen unsere Gesellschaftengegenwärtigkonfrontiert sind.“15DasThemader religiösenund kulturellenPluralisierungderwestlichenGesellschaftenhatsichseitdenspäten 1990erJahrenindenöffentlichenDebattendesWestensstarketabliert.Dieenge BindungdesStaatesaneineReligionsgemeinschaft „würde aus den Anhängern anderer Religionen und aus Menschen ohne Religion BürgerzweiterKlassemachen.DaherhatderdemokratischeStaatinseinemVerhältnis zudenverschiedenenReligionenneutraloderunparteilichzusein.Zudemmusseralle 12 Vgl.Ebd., S. 38. 13 Ebd., S. 33. 14 Hanfried Krüger /WalterMüller-Römheld (Hg.), Bericht aus Nairobi 1975. Ergebnisse – Erlebnisse – Ereignisse. Offizieller Bericht aus der FünftenVollversammlungdesÖkume- nischenRatesderKirchen,23.11–10.12.1975inNairobi(Kenia)-Frankfurta.M.1976,S. 80. 15 JocelynMaclure /CharlesTaylor,LaizitätundGewissensfreiheit,Berlin2011,S. 9. FriedlichesZusammenleben ineinerpluralistischenGesellschaft 477 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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