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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 larismus“,wieBengtsonihnnennt.12StattdessenbetontsiedenZusammenhang zwischen Postsäkularität und Postmoderne. „Der Beginn des postsäkularen Zeitalters fällt mit dem Beginn des postmodernen Zeitalters zusammen“, schreibtKyrlezhev,denn„diePostmodernegibtReligion,ReligiositätFreiheit“.13 In vielerlei Hinsicht spiegelt Kyrlezhevs Vision die der Theologie der Radical Orthodoxywider: „(…)die theoretischenGrundlagen für das Säkularewurden systematisch abgebaut. Wennwir also dasAufkommenderPostmoderne erleben, dann solltenwir auchdas AufkommendesPostsäkularen sehen.Undinsofern, als sichdiechristlicheTheologie deszwanzigstenJahrhundertsmitdemProjektderAufklärungverbündeteundsichmit einem ,apologetischen‘ Projekt der Korrelationmit demweltlichenDenken abfand, mussderUntergangderModerneauchdasEndeeinersolchenTheologiebedeuten“.14 Es ist keinWunder, dass Alexander Kyrlezhev zusammenmit anderen Inter- preten der Postsäkularität einer der wichtigsten Popularisierer des Projekts RadicalOrthodoxy inRusslandwar. Postsäkularität ist indieser Interpretationzunächst eindeskriptiverBegriff. ErbeschreibtdasEndederSäkularisierung,wassich imrussischenKontextauf das Ende des sowjetischen atheistischenProjekts unddenBeginnder postso- wjetischen religiösenWiederbelebung oder Desäkularisierung15 bezieht. Das Scheitern des sowjetischen Projekts wird vonKyrlezhev als das Scheitern des modernen Säkularismus als solches interpretiert. Der sowjetischeKommunis- mus ist zu Ende gegangen, und in ähnlicherWeise ist auch das Zeitalter der Säkularisierungausrussisch-orthodoxerSichtzuEndegegangen.Derwestliche Säkularismus – auchwenn er sich auf viel weniger gewalttätige antireligiöse WeiseentfaltethatalsdersowjetischeAtheismus–wirdalsnichtwenigerveraltet undüberdenkenswert angesehen.Gleichzeitigwidersetzt sichKyrlezhev jedem Versuch, die religiöseVergangenheit zuverherrlichenodereineallheilendeor- thodoxe„Tradition“zupostulieren,diesichimRusslanddeseinundzwanzigsten Jahrhundertsbehauptensollte.Stattdessensprichtervoneinem„postsäkularen Religionsmodell“,voneinerreligiösenHaltungderAuseinandersetzungmitder Welt,dieaufdereinenSeitedie„vorsäkularePhantasie“überwindet,derWeltals solcherGestalt zugeben,undaufderanderenSeiteder „antisäkularenPhanta- sie“absagt,dieWeltzubekämpfen.16Kyrlezhevbleibt jedochziemlichvage,wie genau wir uns dieses „postsäkulare Religionsmodell“ vorstellen sollen. Diese 12 JosefBengtson,Explorations inPost-SecularMetaphysics,London-NewYork,NY2016. 13 Kyrlezhev,@_bcbV[d\pa^Qp6`_fQ. 14 Ebd., S. 258. 15 VyacheslavKarpov,De-Secularization:AConceptualFramework, in: JournalofChurchand State52/2/2010,S. 232–270. 16 AleksandrKyrlezhev, On the Possibility or Impossibility of anEasternOrthodoxPolitical Theology, in: Stoeckl /Gabriel /Papanikolaou(Hg.),PoliticalTheologies, S. 181–187. KristinaStoeckl500 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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