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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 ist immerwenigermöglich, FormenderRegulierungdurchzusetzen, die nicht fast alle als „gerecht“befürworten.13 Schmoller istderAnsicht,dassdiesallesvonWirtschaftswissenschaftlernzu Unrechtvernachlässigtwird,dieVerteilungsgerechtigkeitalsunwissenschaftlich ablehnen.DieseÖkonomensindderMeinung,dassMenschen,dieeinegerechte VerteilungderEinkommenverlangen, töricht sindoder einemTrugbildunter- liegen, ähnlich töricht wie jene, die Gott wegen Naturkatastrophen tadeln. Schmollerbetont, er verlangenicht, dassdieVerteilungsgerechtigkeit vonEin- kommen oder Reichtum „absolut“ gelte, dass jedoch die zahlreichen wirt- schaftlichenAkte,die(aufderGrundlagevonTauschundArbeitsteilung)andere undganzeGemeinschaftenbetreffen,gerechtseinmüssen.Schmollerbegründet dies wie folgt: Soweit menschliches Handeln die Einkommensverteilung be- einflusse,würden sozialpsychologischeProzesse ausgelöst, derenEndergebnis Urteilewären,wonachdieseVerteilung als gerecht und jene als ungerecht an- gesehenwürde.DaherwirddienormativeDiskussionüberVerteilung faktisch relevant sein. InderpolitischenÖkonomiewäre es laut Schmollerdumm, fak- tisch auftretende normativeDiskussionenundKonflikte zu ignorieren, da sie realeAuswirkungenhabenwerden: Eswirdoft vongroßerBedeutung fürden FortgangsozioökonomischerDynamikensein,welcheWirkungbilligendeoder missbilligende Urteile über die Gerechtigkeit der Verteilungskonsequenzen ökonomischerProzesse faktisch ausüben, sei es inprivatwirtschaftlichenAus- handlungsprozessen, sei es in weitere Folge im politischen Raum. Schmoller zufolgestehenInstitutionennichtüberderGeschichte.Beijederinstitutionellen KonkretisierungvonNormativität ist zu fragen:Wie ist sieentstanden?Welche VorstellungenvonGerechtigkeithatsiehervorgebracht?WelcheNotwendigkeit besteht für sieheute?14 Besonders fruchtbareAnsätze indieRichtungeinessolchenDenkens finden wir nun bei jenen Autoren, denen die Konzeptualisierung von „sozialer Ge- rechtigkeit“einAnliegenwar.Gerechtigkeitsnormenwerdendabeizumeinenals ein soziales Phänomen betrachtet, dasman nur versteht, wennman die Ent- wicklung und Funktion von Gerechtigkeit theoretisch und empirisch erfasst. Daran anschließendenormativeTheorie beleuchtet „sozialeGerechtigkeit“ als umfassendes normatives Konzept, das seine Motivation in der komplexen MehrebenenstrukturmodernerGesellschaften findet.Zumsozialtheoretischen DiskussionsstranggehörenzeitgenössischeWissenschaftlerwiePeterCorning15, 13 Ders., DieGerechtigkeit in derVolkswirtschaft, in: Gustav Schmoller (Hg.), Jahrbuch für Gesetzgebung,VerwaltungundVolkswirtschaft5,Leipzig1881,S. 19–54;Ders.,TheIdeaof Justice. 14 Ders.,The Ideaof Justice, S. 4–19. 15 Peter Corning, The Fair Society. The Science ofHumanNature and the Pursuit of Social Justice,Chicago-London2011. SozialeGerechtigkeitundpopulistischePolarisierung 513 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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