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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 der versucht, das Streben nach sozialer Gerechtigkeit zu erklären, indem er Erkenntnisse aus der Spiel-, Evolutions- und Verhaltenstheorie aufnimmt. DarüberhinausschließterältereTheoretikerein,diesichaufeinorganischeres Gesellschaftsverständnis berufen, wie etwa diejenigen, die denBegriff der so- zialen Gerechtigkeit in englischer Sprache prägten, darunter der Har- vard-ÖkonomThomasNixonCarver16. Einer ausgeprägt sozialtheoretisch ar- gumentierenden Tradition zuzurechnen sind auch einflussreiche Stränge des katholischen Sozialdenkens: Beispiele sind Luigi Taparelli (1793–1862) und Heinrich Pesch (1854–1926). Einen normativ-theoretischen Fokus haben ein- schlägigeArbeitendesRechtsphilosophenPeterKoller,dersozialeGerechtigkeit als Summealler auf die verschiedenenEbenender institutionellenGrundord- nung derGesellschaft anzuwendendenAnforderungen definiert.17 Soziale Ge- rechtigkeit wird daher als ein übergreifendes Konzept betrachtet, das Vertei- lungsgerechtigkeit, kommutative Gerechtigkeit, politische Gerechtigkeit und korrektiveGerechtigkeitumfasst. EinigeDenkerbemühensich, dienormativeTheorieunderklärendeSozial- theorie der Gerechtigkeit zusammenzuführen. Dazu gehören zwei politische Philosophen, die sich systematisch und explizit mit der Rolle der Sozialwis- senschaftenauseinandersetzen:DavidMiller18undJohnRawls19.Beidebetonen die Besonderheiten der komplexen institutionellen Ordnungen der „Großen Gesellschaften“ – ein Begriff, der vonAdamSmith, Hayek und Taparelli ver- wendetwird.DieseBesonderheitenmotivieren zu einemumfassenderenBlick aufdieAnforderungenderGerechtigkeit,derdurchsozioökonomischerAnalyse dieserGesellschaftenunterstütztwird.Abden1840er-JahrenbenutztenGelehrte unterschiedlicherRichtungenindiesemSinndenBegriff„sozialeGerechtigkeit“ unddrücktendamit zwei verwandteArtenvonAnliegenaus. EinesdieserAn- liegen ist durch die Idee begründet, dass die Komplexität der großen Gesell- schaften einen übergeordneten integrierten normativen Rahmen für die Ab- wägungvonGerechtigkeitsansprüchenerfordert.Das zweitebetontdieBedeu- tung der sozioökonomischen Theorie (einschließlich der Empirie) für die UntersuchungderRollederGerechtigkeit indermodernenGesellschaft. Den erstenPunkt kannmanbearbeiten, indemderBegriff der sozialenGe- rechtigkeit aus der Perspektive der normativen Theorie betrachtet wird. Eine 16 ThomasN.Carver,Essays inSocial Justice,Cambridge1915. 17 PeterKoller,SozialeGerechtigkeit.BegriffundBegründung, in:NikolausForgj /Alexander Somek (Hg.), ViennaWorking Papers in Legal Theory, Political Philosophy andApplied Ethics 24,Wien 2001a, S. 1–57; Ders (Hg.), Gerechtigkeit impolitischenDiskurs der Ge- genwart, Wien 2001b; Ders., Soziale Gerechtigkeit, in: Anna Goppel / Corinna Mieth / ChristianNeuhäuser (Hg.),HandbuchGerechtigkeit, Stuttgart2016,S. 118–124. 18 DavidMiller,PrinciplesofSocial Justice,Cambridge-London1999. 19 JohnRawls,ATheoryof Justice,Cambridge1971. RichardSturn514 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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