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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 ChristianSpieß (Linz) Neue religiöse IntoleranzunddieAbkehrvomModell des religiösenPluralismus:ReligionspolitischeTransformationin Österreich? 1. WahrnehmungenundVorüberlegungen InFolgederZuwanderungeinergroßenZahlSchutzsuchenderMenschennach Europa im Sommer 2015 wurde nicht nur die Asyl- und Migrationspolitik, sondernauchdieReligionspolitik inÖsterreicherheblichverändert.Bis indas Jahr 2015 hinein, in demmit der Novellierung des Islamgesetzes ein bemer- kenswert differenziertesModell derReligionspolitik erneuert undweite Spiel- räume für die religiöse Praxis unterschiedlicher Religionsgemeinschaften be- kräftigt wurden, konnte die RepublikÖsterreich als Beispiel für einen elabo- rierten religiösenPluralismus gelten. Seit demHerbst 2015 häuften sich dann Initiativen für eineBeschränkung religiöserFreiheitsspielräume,undzwar vor allem fürMuslime.Kopftuchverbote und „Niqabverbote“ sowie beispielsweise eine erstaunlich scharfeundpauschalisierendePolemikgegenKindergärten in muslimischerTrägerschaftwurdennichtnurzuWahlkampfschlagern, sondern fanden nach und nach Einzug in die Gesetzgebung. Beachtlich ist diese Ent- wicklung inverschiedenerHinsicht: Erstens findet eine als Integrationspolitik deklarierte Vermischung von Zuwanderungspolitik und Religionspolitik statt (so ist etwadasGesichtsverhüllungsverbotTeilder Integrationsgesetzgebung1). ZweitenswerdenZuwanderungsphänomenekulturalisiert, dasheißt es geht in denpolitischenund öffentlichenDiskursen immerweniger umZuwanderung ausbestimmtenpolitischenHerkunftskontexten(alsoausbestimmtenStaaten), sondernumZuwanderungvonreligiösenMenschen,namentlichvonMuslimen. Unddrittensüberrascht die Geschwindigkeit, in der die engmit der österrei- chischenGeschichtederNeuzeit verbundeneTraditioneiner grundsätzlich re- 1 Vgl.§1desBundesgesetzesüberdasVerbotderVerhüllungdesGesichts inderÖffentlichkeit (Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz–AGesVG):„ZielediesesBundesgesetzessinddieFörderung von Integrationdurchdie StärkungderTeilhabe anderGesellschaft unddie Sicherungdes friedlichenZusammenlebens inÖsterreich. Integration ist eingesamtgesellschaftlicherPro- zess, dessenGelingenvonderMitwirkung aller inÖsterreich lebendenMenschen abhängt undaufpersönlicher Interaktionberuht.“ Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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