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Forschungsmethodik 137
Entwickelt aus der konzeptionellen Kritik am market-based view, bilden im Rahmen des RBV
Fähigkeiten und Ressourcen den Mittelpunkt (Rüegg-Sturm, 2014). Dabei wird davon
ausgegangen, dass Ressourcen ein vorteilhaftes Umfeld kreieren können (Hamel und
Prahalad, 1995) und die eigentliche Ursachen von Wettbewerbsvorteilen und
Unternehmenserfolg sind (Barney, 1991).
Rüegg-Sturm (2014) meint dazu, dass die Entwicklung seltener, schwer imitier- und
substituierbarer Kernkompetenzen, die dazu beitragen, bei sich selbst, aber auch bei seinen
Kundinnen und Kunden langfristige Wettbewerbsvorteile aufzubauen, gemäß dieser
Perspektive darüber entscheiden ob in einem Unternehmen Erfolg oder Misserfolg eintreten.
Pfeffer und Salancik (2003) führen weiters in diesem Zusammenhang eine mögliche
Ressourcenabhängigkeit an: „The need for resources, including financial and physical
resources as well as information, obtained from the environment, made organizations
potentially dependent on the external sources of these resources - hence the characterization
of the theory as resource dependence.” Dies zeigt, dass bei diesem Ansatz eine Erweiterung
der klassischen Produktionsfaktoren (Arbeit, Kapital, Boden) um immaterielle und finanzielle
Ressourcen stattfindet.
Im RBV werden zwei wesentliche Postulate vereint, ohne die die Ressourcentheorie heute
keine Bedeutung mehr hätte. Diese lauten gemäß Ollig (2001):
Die relevanten Ressourcen müssen originär oder zu Kernfähigkeiten kombinierbar
sein, die für den Kunden einen zusätzlichen Wert generieren und am Markt erfolgreich
umgesetzt werden.
Diese Kernfähigkeiten müssen – wenn sie nachhaltig erfolgswirksam sein sollen – für
das Unternehmen gegenüber dem Wettbewerb nachhaltig zu verteidigen sein.
Mit dem Begriff Kernfähigkeiten ergibt sich zusätzlicher Definitionsbedarf, denn „was sind
Kernfähigkeiten?“ Diese Frage ist berechtigt, herrscht doch in Wissenschaft und Praxis eine
teilweise verwirrende Begriffsvielfalt in diesem Bereich. Allen Definitionen ist jedoch gemein,
dass die Langfristigkeit des wirtschaftlichen Erfolgs in den spezifischen
Ressourcenkombinationen liegt (Lindstädt und Hauser, 2004).
Der im RBV verankerte Kernkompetenzansatz von Prahalad und Hamel (1990) schließt mittels
drei Prüfungen von wettbewerbsrelevanten Ressourcen eines Unternehmens auf bestimmte
Kompetenzen des Unternehmens. Dazu führen die Autoren Prahalad und Hamel aus:
„First, a core competence provides potential access to a wide variety of markets. […] Second,
a core competence should make a significant contribution to the perceived customer benefits
of the end product. […] Finally, a core competence should be difficult for competitors to imitate.”
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Motive und unternehmerische Kompetenzen von GründerInnen technologie-orientierter Unternehmen
Techno- und sozioökonomisch orientierte Betriebswirtschaft
- Titel
- Motive und unternehmerische Kompetenzen von GründerInnen technologie-orientierter Unternehmen
- Autor
- Julia Soos
- Herausgeber
- Ulrich Bauer
- Verlag
- Verlag der Technischen Universität Graz
- Ort
- Graz
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 4.0
- ISBN
- 978-3-85125-517-1
- Abmessungen
- 15.5 x 22.5 cm
- Seiten
- 282
- Schlagwörter
- Technologie, Unternehmensgründung, Wissen, Kompetenz
- Kategorien
- Universitäten und Institutionen TU Graz, Berichte