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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Seite - 115 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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4.1 Die SalzburgerQuellen der geistlichenWerkeWolfgangAmadéMozarts könnte, wäre ein weiterer Hinweis auf die Existenz einer älteren, heute verlorenenAbschrift imBestand derDomkirche. Auf dieTatsache, dassQuellen zu immerhin zwölf derKirchensonatenWolfgangAmadéMozarts nach 1827 ebenfalls in Salzburg vorhanden gewesen sein müssen, und zwar imBesitzAnton Jähndls, hatChri- stophGroßpietsch hingewiesen.68Nach einemBrief vonJohannHeinrichFeuersteinanAntonJähndlvom 23. Jänner 1827 war Anton Jähndl im Besitz eini- ger hier nicht näher bestimmter „Kirchensÿmphonien Mozarts“, von denen er offenbar einige als „theure Reliquien“Feuerstein überlassenwollte. EinVerzeichnis von zwölfKirchensonatenMozarts von der HandAnton Jähndls, das sich in den soge- nanntenNissen-Collectaneen in der Internationalen StiftungMozarteumgefunden hat69, bestätigt diese Annahme.DiesesVerzeichnis listet zwölfKirchenso- natenMozarts auf, von denen, wieUlrich Leisinger festgestellt hat, alle bis auf dieNummern 11 und 12 identifiziertwerden können.70DerEintrag der beiden fraglichen Sonaten lautet „No 11. et 12. | D eGdur | Due Sonate di chiesa a 2V[iolini] e B[assi] | Del Sgre Cavaliere AmadeoWolfgangoMozart Maestro | di Concerti [!] diS.A.RadiSalisburgo1771“und istmit derBemerkung Jähndls „Titel und dieBezeichnung der einzelnen Stimmen sind von des Vaters Hand- schrift“ versehen.Bei anderenListeneinträgen gibt es ähnlicheVermerke, z.B. „Del Sig[no]reCaval. Ama- deo |WolfgangoMozart[gestrichen:]o“, die vermutlich vonUmschlagtiteln abgeschriebenwurden, aber nicht dengleichenWortlautwie vergleichbareVermerke auf den Autographen haben. Dasmacht deutlich, dass Jähndl nicht imBesitz der autographenPartituren gewesen sein kann71, umsomehr, als er ja von „Stim- men“ spricht. Es ist folglich höchst wahrscheinlich, dass Jähndl in denBesitz jener Stimmenabschriften gekommenwar, die ursprünglichTeil des Hofkapel- lenarchivs gewesenund indenendieKorrekturenLeo- 68Großpietsch: „Mozart ausGattisHänden?“, S. 336.Wir danken Ulrich Leisinger für den Hinweis auf diese Stelle und auch fürweitere Informationen. 69A-Sm,DocNC26e. 70No 1:KV278,No 2:KV263,No 3:KV225,No 4:KV274 od.KV241,No 5:KV328 od.KV336,No 6:KV145,No 7:KV244,No 8:KV68,No 9:KV328 od.KV336,No 10: KV212. 71Diese waren jameist imBesitzWolfgangAmadéMozarts verblieben und gingen nach seinemTod in vielen Fällen an JohannAntonAndré. poldMozarts undvielleicht auchdie seines Sohnes zu finden gewesenwaren. Die Sonaten 11 und 12müs- sen als unbekannteWerkeMozarts gelten; die 1827 noch vorhandenen SalzburgerAbschriften von zwölf Kirchensonaten sind leider vollständig verschollen. Bei denAbschriftenMozart’scher kirchenmusikali- scherWerkekannmanausdendargestelltenGründen im Salzburger Kontext verschiedeneGrade der Au- thentizität unterscheiden: 1. Abschriften,dievonLeopoldoderWolfgangAma- déMozart korrigiert wurden und für den Salz- burgerDomentstanden. 2. Abschriften, die vonKopisten für denSalzburger Domgeschriebenwurden, die nachweislichmit denMozarts inKontakt standen, aber nicht von WolfgangAmadé oderLeopoldMozart korrigiert wurden. 3. Abschriften, die zwar nach 1781, also nachWolf- gangAmadéMozartsÜbersiedlung nachWien, aber imMozart-nahen Salzburger Umfeld ent- standen sind, also etwa unterHofkapellmeister LuigiGatti für dieMusikderMetropolitankirche oder unter den StadtpfarrchorregentenFranz de Paula Joseph und Johann BaptistWeindl, die vielleicht nach (heute verschollenen) authenti- schenVorlagen kopiertwurden. In der Folgewird eine Zusammenstellung derQuel- lenMozart’scherKirchenmusik, die für den Salzbur- gerDomund seinUmfeld entstanden sind, versucht, wobei dieQuellen nach den oben genannten drei Au- thentizitätsgraden eingeteilt sind. Authentische Stimmenabschriften, die für den Salz- burgerDomentstandensind, sind fettgedruckt.Wenn keineauthentischeQuelle vorhanden ist,werdenQuel- len angeführt, dieMerkmale zeigen, die auf den Salz- burgerDomdeutenkönnten.AuchStimmenkonvolute aus demBestand der Salzburger Stadtpfarrmusikan- ten sind in solchenFällen in die Liste aufgenommen. BeiWerken, die nicht für den SalzburgerDoment- standen sind, sondern für eine andere SalzburgerKir- che, sind jeweils die ältestenQuellen aufgeführt.Ge- listet sind auch solche, die nachWolfgang Amadé MozartsÜbersiedlung nachWien und nachLeopold MozartsTod entstanden, umdie nachAugsburg ge- schickten Stimmenabschriften zu ersetzen. 115
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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