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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Seite - 187 -
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Seite - 187 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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6.1 ZurGeschichte der Sammlung Die zugleichmit diesemBand als thematischerKa- talog vorgelegte Reihe A des Dommusikarchivs be- steht imWesentlichenausdenunter 1. bis 3. beschrie- benenBeständen, also ausdemStimmenmaterial, das Domchor undHofkapelle für die Kirchenmusik am SalzburgerDomvomEnde des 17. bis zurMitte des 19. Jahrhunderts verwendeten.AuchNotenmateriali- en aus derVerwendung der Salzburger Stadtpfarrmu- sikantenwurden imLaufederZeit der Sammlung ein- verleibt, immerwieder sindArchivalien auch anderen Kontexten zuzuordnen (z.B. Loretokloster, diversen Bruderschaften,NachlässenvonDomchorvikarenoder -choralisten etc. wie auch anderenProvenienzen). Während die Chorbücher bereits in zahlreichen Dom-Inventaren des 17. und 18. Jahrhunderts er- wähnt sind3, begann die erste Inventarisierung des vornehmlichausStimmenabschriftenbestehenden„äl- terenBestandes“ erst ab 1782 unter Fürsterzbischof HieronymusColloredo. Sie steht in Zusammenhang mit der Einstellung des italienischenOpernkomponis- tenLuigiGatti (1740–1817) alsHofkapellmeister in Salzburg, indessenAnstellungsdekret ihmderAuftrag erteilt wurde, dass „die Inventarien richtig gefasset und verwahret werden, damit der Musique nichtes entzochenwerde“4. Gatti betrautemit dieserAufga- be JosephRichardEstlinger (1720–1791), einen der wichtigstenHofkopisten der damaligen Zeit, der zwei Exemplare einesCatalogusMusicalis in EcclesiaMe- tropolitana5 anlegte unddiesemit denBezeichnungen Archivium bzw.Gatti versah, was bereits vonWalter Senn überzeugend als Erklärung für den Zweck der beidenBände6 gedeutetwurde, nämlich „fürGatti, der jederzeit in der Lage sein sollte, sich über das zur Verfügung stehendeRepertoire zu informieren, und fürdasArchiv,wodieNotenhinterlegtwordensind“7. WobefandsichnundiesesArchiv im18.Jahrhundert? ManfredHermann Schmid8 geht davon aus, dass dieNoten, die imDomverwendetwurden, vor allem im sogenannten „Domkasten“ aufbewahrt wurden, 3Vgl.Hintermaier:Katalog (1992), S. 4–6. 4Anstellungsdekret, Salzburger Landesarchiv, HZA 1783/1/H., zit. nach Hintermaier: Die Salz- burger Hofkapelle, S. 91–93. 5AES, ohne Signatur. 6Für eine genaueBesprechung der älterenKataloge und ihrer Bedeutung vgl. 6.2. 7Senn,Walter: „Der Catalogus Musicalis des Salzburger Doms(1788)“, in:Mozart-Jahrbuch, 1971/72(1973),S.182– 196, hier: S. 183. 8Vgl.Schmid:Mozart und die Salzburger Tradition, S. 192. undbelegt seineAnnahmemit einerBriefstelle Leo- poldMozarts vom25./26. Februar 1778, in der dieser Kasten erwähntwird: „Deine Schwester allein ist nun meine Stütze, und ich suche meine Zerstreuung dermich quellenden Sorgen bey einer nicht sehr lustigenUnterhaltung, unddiese ist tag täglich von 6 uhr bis 8 uhr arien, Synfonien Messen,Vespern etc:mit ihr auf derViolin mitzuspielen, da sie denGeneralBaß spielt, und sich imaccompagnieren übet; auch zu meiner Verwunderung so weit gekommen, daß sie alles was ich vomdombheraus brin- ge, es mag fugiert seyn, wie es will, vom Blathweg spielt, wir werden nach und nach den ganzenDomkasten ausspielen.“9 Esmehren sich allerdings die Indizien, dass dieMu- sikalien, die für dieMusik amDombenötigtwurden, nicht nur imDomkasten, sondern zusätzlich auch an anderenOrten aufbewahrtwurden.Aus einemBrief- wechsel zwischenDomkustodie und der ihr, nachdem Salzburg 1816 endgültigTeil vonÖsterreich-Ungarn geworden war, übergeordneten Finanzdirektion in Linz, der nachdemToddes letztenHofkapellmeisters LuigiGatti begonnenwurde, geht hervor, dass dieser einen großenTeil derMusikalien in seinerWohnung verwahrte. „Wirklichbefinden sichbereits sammentli- cheDomkirchlicheMusikalien in demQuar- tier des seligenKapellmeisters in einemeige- nen [gestrichen:] Kastenwozu nur der allge- mein als rechtschaffen bekannteHofmusikus Hof u. Dommusikus Joachim Fuetsch den Schlissel hat sehr gut ver [Ende der Strei- chung, korrigiert in:] der gewöhnlichenWoh- nung ganz abgesonderten Zimmer unter der strengsten und getreuestenAufsicht des all- gemein als [eingefügt:] ordentlich u. [Ende der Einfügung] rechtschaffen bekanntenHof u.Dommusikus JoachimFuetsch in der bes- tenVerwahrung.“10 9Bauer/Deutsch:Mozart.BriefeundAufzeichnungen,Bd.2, S. 300. 10AES,Dommusikverein undMozarteum,AT-AES1.2.AXd 522. 187
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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