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6 Die SammlungDommusikarchiv
Schreiber 85: 2.H. 18.Jh., Schreiber zweierMate-
rialienmitKompositionen vonAnton Jetzt (A 1299
u.A 1370) auf Salzburger Papier.
Schreiber 86: hat anMaterialien zu ca. 60Wer-
kenmitgewirkt und ist damit einer der häufiger im
Bestand nachzuweisenden Schreiber.MitAbschriften,
die spätestens 1752240 (z.B.A 273,A 384), und sol-
chen, die frühestens 1782 entstanden (z.B. A 441,
A 616), lässt sich zudem eineWirkungszeit vonmin-
destens 30 Jahren nachweisen. Begann vermutlich
um dieMitte des 18. Jahrhunderts zu arbeiten, ist
noch amStimmenmaterial zu zweiWerkenBiechte-
lers und 17Werken Eberlins beteiligt, kopiert aber
auchWerke vonFischietti, Lolli undGatti. Auch bei
den Kopien für die großen Festlichkeiten der Cen-
tennarfeier 1782 ist er nachzuweisen: So kopiert er
u.a.MichaelHaydnsJubiläumsmesseundeineVesper
Gattis (A616), diedieser fürdasJubiläumschrieb.241
Schriftprobe→ S. 301.
Schreiber 87: →Rott (S. 268).
Schreiber 89: 4.V. 18./fr. 19. Jh., 4Nachweise.
Schreiber 90: 2.H. 18.Jh., nurA 1.
Schreiber 94: →Rott (S. 268).
Schreiber 97: 2.H. 18.Jh., 3Nachweise.
Schreiber 98: wohl 2.H. 18.Jh., 5Nachweise.
Schreiber 99: 2.V./M. 18.Jh.,wohlUmfeldEber-
lins, nurA 388.
Schreiber 100, 100a, 101, 101a: → Rott
(S. 268).
Schreiber 102: um 1700, gehört zu den ältesten
in der Sammlung vertretenen Schreibern. Von ihm
stammen fünf Stimmensätze sowie vermutlichdas ein-
zeln überlieferte Stimmbuch [Coro S]A 1107mit 101
240Hochradner:Matthias SiegmundBiechteler, Teil II, S. 244,
datiert zwischen 1750 und 1775.
241Vgl. Schriftprobe inBlanken,Christine:DieBach-Quellen
inWien undAlt-Österreich, 2 Bände,Hildesheim, Zürich
u.NewYork:Olms 2011, S. 1066. Werken (überwiegend Introiten) Johann Stadlmayrs.
Schreiber 102 dürfte zwischen 1680 und etwa 1720 zu
datieren sein.
Schreiber 103: ca. 1.V. 18.Jh., arbeitete zumin-
dest zeitweilig unter derAnleitungF. J. S. Sambers.
Lediglich drei seinerAbschriften sind einemKompo-
nisten sicher zuweisbar und überliefernWerkeBiech-
telers, eines davon (A 92) ist auf 1713 datiert.
Schreiber 104: →KarlHeinrichBiber (S. 259).
Schreiber 105, 106, 107: 1.H. 18.Jh., alle an
A119 beteiligt (1724 oder später), je 1–3Nachweise.
Schreiber 108: 1.H. 18. Jh., nurA 120.
Schreiber 109: 1.H. 18.Jh., an A 119 beteiligt
(1724 oder später), weitererNachweisA 165.
Schreiber110: 1.H.18.Jh. (um1700?),nurA173.
Schreiber 111: Die Beschreibung seiner Noten-
schrift steht in engster Beziehung zur Identifizie-
rung242Heinrich Ignaz Franz Bibers als Autor der
242Ergänzend zu den bereits oben ausgeführtenBemerkungen
zudieserheute imSalzburgMuseumohneOriginaltitel,Au-
tor undDatierung überlieferten und aufbewahrtenPartitur
soll hier die Autorschaft Heinrich Ignaz FranzBibers für
die beidenKompositionen erneut bestätigt undmit neuen
Fakten ergänztwerden.DieDatierung und Identifizierung
des Autors gelang Ernst Hintermaier in erster Linie mit
Hilfe der imZuge derwissenschaftlichenAufarbeitung des
Musikalienbestandes des SalzburgerDoms gewonnenenFor-
schungsergebnisse.Die dafür erforderlichen Schreiber- und
Wasserzeichenuntersuchungen ergaben desRätsels Lösung:
DiePartiturwurdevoneinemHofkopisten inReinschrift ge-
bracht,der inSalzburgerStimmenabschriftenzwischen1660
und 1720 nachgewiesenwerden kann. Sehr viele davon be-
treffenKirchenkompositionenHeinrich IgnazFranzBibers.
Im „Salzburger Schreiberkatalog“ ist er unter derNummer
111 verzeichnet, da bis dato nicht Sicherheit herrscht, ob es
sich nicht vielleicht doch umBibersHandschrift handeln
könnte.DasPapier der großformatigenPartitur sowie vieler
Stimmenhandschriftenweist dieWasserzeichenmarken ‚Wil-
derMann‘ und ‚FW‘ auf, das vonFranzWörz in der in der
Nähe von Salzburg gelegenenPapiermühle Lengfelden von
1675 bis 1696 produziertwurde.Damit kanndieProveni-
enz der erhalten gebliebenenPartitur auf Salzburg und die
Datierung auf einen sehr begrenzten Zeitraumbeschränkt
werden. Als Zweckbestimmung kann auch nur das 1100-
jährige Jubiläum der Gründung des Erzstiftes Salzburg
durch den hl. Rupert in Frage kommen, das Fürsterzbi-
schofMaxGandolph imOktober 1682 begehen ließ und
an dessen Festivitäten viele ihm zur Verfügung stehende
Künstler teilhaben konnten.Die Frage derAutorschaft war
allerdings ungleich schwieriger, damusikanalytischeBefun-
de für die Zuschreibung an einen bestimmten Autor nur
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur