Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Seite - 324 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 324 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

Bild der Seite - 324 -

Bild der Seite - 324 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

Text der Seite - 324 -

7 Der SalzburgerDomalsAusgangspunkt derVerbreitungmusikalischerQuellen 7.2 DieBibliotecamusicale ‚G.Greggiati‘ inOstiglia Vielleichtwar es dieTatsache, dass bald nachVizeka- pellmeister LeopoldMozartsTod 1787 zahlreicheMa- terialienderDommusiknachAugsburg geschicktwor- denwaren, dieDomkustodie-Direktor JosephNaupp nach demTod Luigi Gattis 30 Jahre später bewog, die imNachlassGattis befindlichenDommusikalien sofort zu sichten undwenigeTage später folgenden Bericht zu liefern: „Gleich am erstenTag nach erfolgtemTo- dedesHerrnKapellmeistersAloysGatti hat sich der Unterzeichnete von Domkustodie wegen persönlich auf das k.k. Stadtgericht begeben, um daselbst bey dem betreffen- denHäuser u. Inventurs-Kommisär wegen genauer Absonderung und Aufbewahrung der zur Domkirche gehörigen Musikalien, Musikinstrumente u. allfälligen anderenRe- quisiten die geeignete Einleitung getroffen. Wirklich befinden sich bereits sammentli- cheDomkirchlicheMusikalien in demQuar- tier des seligenKapellmeisters in einem ei- genen [gestrichen:] Kastenwozu nur der all- gemein als rechtschaffen bekannteHofmusi- kus Hof u. Dommusikus Joachim Fuetsch den Schlissel hat sehr gut ver [Ende der Streichung, korrigiert in:] der gewöhnlichen Wohnung ganz abgesonderten Zimmer un- ter der strengsten und getreuestenAufsicht des allgemein als [eingefügt:] ordentlich u. [Ende der Einfügung] rechtschaffen bekann- ten Hof u. Dommusikus Joachim Fuetsch in der bestenVerwahrung.DieMusikinstru- mente sind bereits, bis auf ein altes vierecki- ges FortePiano, an dieDomkustodie richtig zurückgestellet worden.Mit denMusikali- en kann dieses doch wegenMangels eines [gestrichen:] an hinlänglichen Platz [Ende der Streichung] konvenablenPlatzes [Einfü- gung:] in demDomkirchlichenLokal [Ende derEinfügung]nichtwohlgeschehen.Hofmu- sikusFuetsch ist aber erbiethig, auch nach demHerbstRuperti, als zuwelcher Zeit des KapellmeistersGattiWohnungerst geräumt werdenwird, u. wenn bis dahin dieKapell- meisterstellen noch nicht besetzet sein soll, dieMusikalien [eingefügt:] samt demForte Piano [Ende derEinfügung] bis aufweiteres in seinemQuartier aufzubehalten, u. [einge- fügt:] an gewissenFesttagen die [gestrichen: sonderliche]Herausgabe der erforderlichen Stücke zu besorgen. [Ende der Einfügung] Da sich über sammentlicheDommusikalien ein eigener Katalog bey der Domkustodie befindet, sowirdman nächstens eine Inven- turveranstalten,worauf sodanndasgefällige Anerbiethen desHofmusikus Fuetsch um so unbedenklicher angenommenwerden kann, als es demselben weder an Treue noch an Sachverstand gebricht.“48 Die Eile, mit der Domkustodie-Direktor Joseph Naupp sich um die Musikalien im Nachlass Luigi Gattis kümmerte und die beimAbleben keines ande- ren SalzburgerMusikers vorher überliefert ist,mag ihrenGrund auch darin haben, dass Salzburg 1816 österreichisch gewordenwar und fortan bei derVer- waltung derMusikalien ein andererWindwehte:Die österreichischenBehördenwollten genauestens über dasAusmaß der Sammlung informiert werden, und währendbei der vorherigen, nochvonFürsterzbischof Colloredoangeordneten InventurderMusikaliennoch ein Jahrzehnt danach lange nicht alle Quellen ka- talogisiert waren, wurden bereits zwei Jahre nach Anordnung einer Inventur durch die österreichischen Behörden zwei Bände eines neuen Inventars von Joa- chimFuetsch fertiggestellt. Was den Nachlass Luigi Gattis betrifft, so wur- den jene „zurDomkirche gehörigenMusikalien“, die er privat aufbewahrt hatte, von denMusikalien, die zu seinem Privatbesitz gehörten, getrennt, wurden aber ausPlatzmangel weiterhin von JoachimJoseph Fuetsch aufbewahrt.DieMusikalien, die imBesitze desKapellmeisters gewesenwaren, sollten denErben, darunter den zwei inMantua lebendenBrüdernGior- gio und Angelo Gatti und seiner Schwester Teresa ausgefolgt werden.49 Sein Haupterbe wurde jedoch sein Neffe Francesco Gatti, der Sohn seines bereits 48Vgl. AES, Dommusikverein und Mozarteum, AT-AES- 1.2.AXd 522. 49Gehmacher:Luigi Gatti, S. 69. 324
zurück zum  Buch Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult"
Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Musik am Dom zu Salzburg