Seite - 344 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Personenverzeichnis
trat 1736 ins Priesterseminar ein und erhielt 1739
die Priesterweihe.Danachwirkte er als Seelsorger in
verschiedenenOrtendesErzbistums.Er verfasste den
Text zu dem1735 aufgeführten SchuldramaConstan-
tiaClodoaldi coronata, das in einer eigenhändigenAb-
schriftBischoffskys gemeinsammitdenmusikalischen
Teilen vonKarlHeinrichBiber aus demNachlass des
Textdichters erhalten geblieben ist (A 1266).19
Bischofreiter,Martin →S. 259
Borghi, Giovanni Battista (25.8.1738–
25.2.1796), Kapellmeister des Doms vonMacerata
von 1759 bis 1778, danach an der SantaCasa vonLo-
reto, war unter seinen Zeitgenossen insbesondere der
höherenGesellschaft sehr geschätzt. Er komponierte
neben geistlichen Werken auch zahlreiche Opern,
die mit großem Erfolg in ganz Italien aufgeführt
wurden.20
Eine angeblich von Borghi komponierte Litanei
ist in der Sammlung als unvollständige Partiturab-
schrift vonLuigiGatti, in einerStimmenabschrift von
J. J. Fuetsch und einesweiteren unbekannten Schrei-
bers des 19. Jahrhunderts überliefert. Letztere trägt
mehrfach die Zuweisung an Borghi und wurde von
I. Kholler mit einemTitel versehen, der „Sig[nore]
Giovanne Battst / Borghi /Maestro di Capella di
Loretto“ alsAutor ausweist.
Brioschi,Antonio (tätig um1725–1750),war ver-
mutlich im Umfeld G. B. Sammartinis in Mailand
tätig,mit demgemeinsam er als bedeutenderVertre-
terder frühenklassischenSinfonieanzusehen ist.21 Im
Dommusikarchiv sindmehrere ihmzugewieseneSinfo-
nien zumTeil in italienischen, zumTeil in Salzburger
Abschriften erhalten. Vermutlich dienten sie in der
Domliturgie alsKirchensonaten, was durch nachträg-
lich von JosephRichardEstlinger hinzugefügteTitel
nahegelegtwird, auf denen dieWerke ausschließlich
– und zwar auch dann,wenn in originalenTiteln als
„Sinfonia“ ausgewiesen–als „Sonata“bezeichnet sind.
InsRepertoire kamen sie vermutlich durchG. Lolli,
19Hintermaier: „NeueQuellen zumSalzburgerBenediktiner-
drama“.
20MGG2, Personenteil, Bd. 3, Sp. 405.
21MGG2, Personenteil, Bd. 3, Sp. 907–910. dermehrfachEintragungen in denMaterialien hinter-
ließ.
Brixi, Franz Xaver (1732–1771), Organist und
Komponist inPrag, ab 1759 bis zu seinemTodKa-
pellmeister amVeitsdomauf demHradschin. In der
Sammlung befindet sich eineMesse Brixis in einer
Abschrift verschiedener Schreiber, darunter L.Gat-
ti (A 1209). Ein fragmentarisch erhaltenes „Alma“22
dürfte nach dem Incipit zu schließen eine Bearbei-
tung eines „Benedictus“ einerweiterenMesseBrixis
sein. Weiters trägt der Umschlag eines anonymen
Offertoriums (A 1375) einen älteren Titel zu einer
„Aria pro omni Solemnitate“mit der Zuweisung an
Brixi und demBesitzvermerk des Loretoklosters.Ob
auch eine nur in einer Orgelstimme überlieferte Li-
tanei (A 1578) Brixi zuzuschreiben ist, wie es die
(allerdings unsichere) Zuweisung in einer Salzburger
Parallelüberlieferung23 nahelegt,muss vorerst offen
bleiben.
Brunnmayr,Andreas (1762–1815), ein „ausLau-
fen [an der Salzach] gebürtigerWuerths Sohn“24, war
zunächst Sängerknabe, danachLehrer undOrganist
amStiftMichaelbeuren und studierte später bei Jo-
hann Georg Albrechtsberger (1736–1809) inWien,
wo er „mit einemwahrhaft eisernenFleiße [...] die
Härte seines Kopfes“ überwand.25 In Salzburg gab
erKlavierunterricht undwar zunächst Organist an
der Stiftskirche St. Peter, bevor er nach mehreren
BewerbungenAnfangdes Jahres 1805denStadtpfarr-
organistendienst übernehmen konnte. AlsKomponist
ist er imDommusikarchivmit drei Deutschen Lita-
neien undmehreren geistlichenLiedern vertreten.
Bühler, Franz (1760–1823),Organist,Kapellmeis-
ter undKomponist. Nachdem er seinen erstenUnter-
richt vomVater sowie indenKlösternMaihingenund
Neresheim (eventuell auchKonstanz) erhalten hatte,
begannBühler1777einStudiumamJesuiten-Lyceum
inAugsburg,woermit JohannMichaelDemmlerund
Johann Chrysostomus Drexel zusammentraf. 1778
22Überliefert ist lediglich eine einzelneViolinstimme (A1600)
von derHand eines nicht näher identifizierten Schreibers,
die dasTextincipit „Alma“ enthält.
23A-Sfr, 173.
24AES,AktenDompfarre 5/25/15.
25Pillwein:Biographische Schilderungen, S. 17.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur