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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Seite - 359 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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Klarinette undPosaune) aufgenommen, am1.5.1873 erfolgte seinePensionierung.140Nebeneinemweiteren Segenlied imDommusikarchiv (A 1550) hat sich in Zagreb eine Handschrift mit Violinduos vonMayer erhalten.141 Megerle,Abraham (1607–1680),Komponist und in derNachfolge StefanoBernardis von 1634 bis 1650 Hofkapellmeister in Salzburg; Schüler Johann Stadl- mayrs, den er zeitlebens hoch verehrte;Mentor seines Neffen,desberühmtenKanzelrednersAbrahamaSan- taClara.Von seinen angeblich 2000Kompositionen sindnurwenigevollständig erhaltengeblieben; fürdie weitereEntwicklungdergroßbesetzten,mehrchörigen Kirchenmusik amSalzburgerDom ist vor allem seine in drei Bänden konzipierte Sammlung derWechsel- gesänge für das ganze Kirchenjahr zu einer bis 24 Stimmen von großerBedeutung. Es dürfte allerdings davon nur einBand erschienen sein, von demaußer- demdurchVerlust einzelner Stimmbücher nurwenige Kompositionen vollständig überliefert sind.DieseAra musica solemni concentu von 1647, Fürsterzbischof Paris Lodron gewidmet, entstandwahrscheinlich im Anschluss an denZubau von zweiweiteren, den bei- denwestlichenMusikemporen imVierungsraumder DomkircheundboteinbreitesSpektrumvonMöglich- keiten, denRaummit unterschiedlichenBesetzungen zumKlingen zu bringen. EinGroßteil vonMegerles Salzburger Arbeiten – neben eigenenKompositionen vor allemBearbeitun- genvonWerkenJ. Stadlmayrs und insbesondereT.L. de Victorias – ist in sechs zwischen 1630 und 1649 entstandenenChorbüchern überliefert. Ein Teil da- von gelangte inFormvon Stimmenabschriften in die hier bearbeitete Sammlung. Bei diesenAbschriften, insbesondere bei solchen nach derHymnensammlung W.b.XIII., ist die Frage der Autorschaft bisweilen kompliziert, daMegerle, der in diesemChorbuch als alleinigerAutor genannt ist, vielfach aufKompositio- nenT. L. deVictorias zurückgriff, diese bearbeitete und neu zusammenstellte, häufig auch einzelneTei- le derHymnenneu komponierte.AufBasis des von ErnstHintermaier erarbeitetenKriterienkatalogs zur 140Angermüller: „Denkbuch“, S. 551. 141Duos /DiDionisoMayr /musico del Duomo a Salisburgo HR-Zha,XXXI.M. Unterscheidung vonBearbeitungstypen142wurde bei derKatalogisierung dahingehend unterschieden, ob Megerlemindestens geschlosseneTeile einerKompo- sition selbst verfasst hat – inwelchemFall er alsMit- komponist (67-mal) klassifiziertwurde – oder ob er imWesentlichennurMaterial seinerVorlagenverwen- dete und (oft eingreifend) bearbeitete – inwelchem Fall er als Bearbeiter (47-mal) geführt ist. In jedem Fall wurde der Komponist der Vorlage, ungeachtet desAusmaßes vonMegerlesAdaption, alsHauptau- tor klassifiziert und das entsprechendeWerk unter seinemNamen imKatalog eingeordnet. Bei Stücken, fürdie keineVorlagebekannt ist,wurdeMegerle auch dort als alleinigerKomponist vermerkt (177-mal),wo, wie imFalle vonAbschriften aus denChorbüchern W.b.IX. undW.b.X.143, eine heute unbekannteVor- lage als sicher angenommenwerden kann. Michl, Joseph Christian Willibald (1745– 1816), wurde inNeumarkt in derOberpfalz als Sohn des dortigenOrganisten geboren. Erwurde 1770 in München zum„Kammer-Compositeur“ desKurfürs- tenMaximilianJosephernanntundwarmitmehreren Opern sehr erfolgreich.NachdemToddesKurfürsten 1777siedelteerals„ständigerGast“ indasAugustiner- ChorherrenstiftWeyarn über und fand imdortigen regenMusiklebenMöglichkeiten, sein Talent einzu- bringen. Seine geistlichen und weltlichen Komposi- tionenwurden vonZeitgenossen gerühmt undwaren imgesamten süddeutschenRaumbis in die Schweiz verbreitet.144Michl hatte in SalzburgVerwandte: Sei- ne TanteMariaKatharinaMichl war seit 1732mit demDomstiftsorganistenGeorg JosephParis verhei- ratet.145 Milder, Gottlieb (1763–1817), übernahm nach Abschluss seinerGymnasialstudien dasOrganisten- amt an derUniversitätskirche. Seit ca. 1786 vertrat er JohannMichaelHaydn undFranz Ignaz Lipp bei Orgeldiensten imDom.Ab 1794wurde er für Lipp alsDomstiftsorganist angestellt, kamaber erst 1798, 142Hintermaier:Katalog (1992), S. 15f. 143Ebd., S. 57. 144Schwemmer,Marius: „JosephWillibaldMichl (1745–1816) als Komponist und ‚Recreationssekretär‘ im Augustiner- ChorherrenstiftWeyarn“, in:Kirchenmusikalisches Jahr- buch, 92 (2008), S. 121–129. 145Vgl.Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 314. 359
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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