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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
Seite - 178 -
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Ronald Clark 178 Theaterboskett bezeichnet. Während sich mit dem Theaterboskett in der östlichen Bos- kettzone bei Aufführungen und Festen eine »spielerische Selbstdarstellung« verband, war die spiegelbildlich entsprechende westliche Boskettzone einer eher gegensätzli- chen Nutzung, dem »spielerischen Sichverbergen« in labyrinthartig verschachtelten Heckenbosketts, vorbehalten.7 Elemente des Theaterbosketts und ihre Raumwirkungen in der Barockzeit Heike Palm hat in ihrer Studie8 den heute vorhandenen baulichen und vegetativen Ele- menten des Theaterbosketts im Großen Garten Hannover-Herrenhausen unterschied- liche historische Entstehungsphasen zuordnen können und einen Plan von Remy de la Fosse um 1705 als den überwiegend durch weitere Quellen belegten Bestand der ursprünglichen Gestaltung von 1689–1691 ausgewiesen (Abb.  1). Eine genaue Ein- messung des heutigen Theaterbosketts beweist die Annahme; die Unterschiede zwi- schen dem Plan von 1705 und dem jetzigen Zustand sind nur sehr gering. Folgende bauliche und vegetative Elemente erzeugten in der ursprünglichen barocken Gestaltung die räumliche Wirkung des Theaterbosketts (Abb.  2): 1. Die Äußeren Einfassungshecken in Nord-Süd-Ausrichtung dienen als räumliche Ab- grenzung gegenüber dem Parterre im Westen und den Randalleen im Osten. Sie sind zusammen mit einer durchgehenden mittigen Nord-Süd-Achse die verbindenden Elemente aller Einzelräume in der Abfolge der östlichen Boskettzone. 2. Die Einfassungshecken in Ausrichtung der West-Ost-Querachsen des Großen Gartens bilden die südlichen und nördlichen Raumkanten des Theaterbosketts und erzeugen mittig eine Durchdringung und Unterteilung in die Bereiche Bühnenplateau und Amphitheater  /  Königsbusch. Die Einfassungshecken umfassen hier durch flügelar- tige Erweiterungen das Theaterparterre mit einem annähernd ovalen Grundriss. Es ist zentraler, verbindender Raum zwischen Bühne und Amphitheater und zugleich Verbindung zum Parterre bzw. zu den Randalleen. 3. Die Mauern um das Bühnenplateau dienen der Abfangung eines nach Süden anstei- genden großflächigen Erdkörpers. Den südlichen Abschluss bilden zwei Treppen- abgänge um die Kleine Kaskade. Die nördliche Abgrenzung der Bühne gegen das Theaterparterre ist mit risalitartigen Vor- und Rücksprüngen versehen, die mittig einen (Orchester-)Bereich umfassen und seitlich zwei Treppenanlagen als Aufgänge zum Bühnenplateau aufnehmen. 7 Hennebo  /  Schmidt 1978, S.  218. 8 Palm 2007.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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