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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Dorothea Baumann 278 und 20  m hoch ist,28 folgte mit geringen Abweichungen dem Modell von San Carlo in Neapel.29 Es bot damals 3000 Plätze (heute sind es aus feuerpolizeilichen Gründen nur 2289 Plätze).30 Das Saalvolumen beträgt 11.250  m3, die Nachhallzeit vor der Renovation von 2004 nur 1,25–1,15 sec für 500–1000  Hz.31 Der Schall konzentriert sich in dieser Grundrissform in Zonen, die den konkav ge- krümmten Wänden folgen, wodurch in allen Logen direkt an der Brüstung und im hin- teren Teil des Parterres eine sehr gute Akustik entsteht. Die auch hier für die vordersten Logenplätze gelobte Klarheit des Klanges wurde im Teatro San Carlo messtechnisch be- stätigt.32 Die genaue Schallverteilung eines hufeisenförmigen Theaters hängt auch von der Saalbreite, ihrem Verhältnis zur Saalhöhe und von der Deckenform ab, die in der Scala leicht quergewölbt ist, wodurch die in der Saalmitte dünnere Lateralbeschallung durch Deckenreflexionen zum Teil kompensiert wird. Diese beiden Theater erreichten eine Raumgröße, welche erst seit im 19.  Jahr- hundert für die großen öffentlichen Opernhäuser üblich war und die bis Anfang des 20.  Jahrhunderts nicht überschritten wurde. 3.5 Lyra- oder Glockenform Die von der Theaterbauerfamilie Galli-Bibiena besonders gepflegte, sogenannte Lyra- oder Glockenform bringt durch die konvexe Gegenkrümmung für die vordersten Logen eine ausgezeichnete Sicht zur Bühne. An diesen konvexen Seitenwandflächen entste- hen zudem zusätzliche Reflexionen, welche die Akustik im vorderen Parterre auch für das Orchester und die Sänger verbessern. Dies sind die Gründe, weshalb Theater dieser Grundrissform zu den akustisch Besten gehören. Eines der schönsten Theatern dieses Typs ist das 1748 von Giuseppe Galli-Bibiena (1696–1757) errichtete, heute noch erhaltene Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth (siehe Abbildung 1.5 oben).33 Der Zuschauerraum ist zwischen den Rangbrüstungen mit 12,85  m etwas breiter als die halbe Länge von 23,85  m und hat mit 9,50  m Höhe ein Höhen-Breiten-Verhältnis von annähernd 3:4. Der 5500  m3 umfassende Saal hat 1300 Sitzplätze. Da der vorderste Saalbereich nicht mit Logen ausgestattet ist und der 28 Semper 1904, S.  484; siehe: http://www.rossinigesellschaft.de/data/pict/theater/scalap.jpg und http://www.in-lombardia.de/images/Theater-in-Mailand%2C-Lombardei-zum-Besichtigen.jpg [letzter Zugriff am 14.10.2016]. 29 Hammitzsch 1906, S.  83–86; siehe: http://www.unav.es/ha/007-TEAT/dumont/encyclopedie- theatres-017.jpg [letzter Zugriff am 14.10.2016]. 30 Garnier 1871, Appendix. 31 Beranek 1996, S.  355. 32 Iannace 2000, S.  247. 33 Schrader 1985.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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