Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
Seite - 297 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 297 - in Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur

Bild der Seite - 297 -

Bild der Seite - 297 - in Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur

Text der Seite - 297 -

Licht und Mechanik im Theater des 17. und 18. Jahrhunderts 297 Für die andere Art der Färbung des Lichtes wurden dünne, farbige Seidenstoffe (teils aber auch bemaltes Ölpapier) in drehbaren Rahmen vor den Kulissen- und Soffitten- lampen angebracht. Dies waren im heutigen Sinne einfache Theaterfarbfilter. Mit Hilfe eines Hebelsystems mit Fäden konnte man sie verschieben und damit die Farbüber- gänge ermöglichen, um zum Beispiel Sonnen- oder Mondlicht nachzuahmen. Auch die langsame Erhellung oder Verdunkelung der ganzen Bühne bzw. einer ihrer Teile war nach diesem von Sabbattini vorgeschlagenen Fäden-Mechanismus möglich. Die vielen Fäden führten zu einer Stelle, meist seitlich der Bühne, von wo aus dann das Licht zentral geregelt werden konnte. Dieser Mechanismus bildete das erste Prinzip einer mechanischen Lichtsteuerung für die Bühne. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die Effekte des geöffneten Himmels, bei denen man das Licht an geritzten Metallflächen reflektierte und dadurch ein spezielles Glitzern erreichte. Von der Unterbühne gab es hingegen Lichteffekte in Form von herausschlagenden Flammenzungen (Abb.  10), Blit- zen oder sprühenden Funken, womit zum Beispiel Höllenszenarien inszeniert wurden. Im Spätbarock wurden vor allem Transparenteffekte beliebt, die auf der in der Mitte des 17.  Jahrhunderts erfundenen Laterna magica des Jesuitenpaters Athanasius Kircher (1602–1680) zurückgingen3 und zunächst zur Erzeugung von Mondscheinbeleuchtung Verwendung fanden. Die Teile der Himmelsdekorationen wurden dabei ölgetränkt und von hinten durchleuchtet, was die Tiefenwirkung der Bühne erheblich erhöhte. Die La- terna magica (Abb.  11), auch Schattenbild-Laterne genannt, bildet den Ausgangspunkt für die noch heute verwendeten Bühnen- und Filmprojektoren. Der vordere Teil der Bühne, wo die Darsteller meistens agierten, wurde im oben be- schriebenem System der abgestuften Lichteranordnung so hell wie möglich beleuchtet. Das Licht fiel von allen Seiten auf die Schauspieler, wobei die Wirkung der Fußrampe 3 Kircher 1645–46, S.  93. Abbildung  10.  Dynamischer Feuereffekt. Die rot  /  gelben Feuerzungen aus Seide wurden von unten mit handbetriebe- nen Ventilator in Bewegung gesetzt.
zurück zum  Buch Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur"
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa