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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Die (dramatische Musik in der) Schlafkammerbibliothek Kaiser Leopolds I. 427 Nachleben der Sammlung Nach des Kaisers Tod wurde die Sammlung verstreut. Sie ging wohl zunächst an Joseph  I. (reg. 1705–1711) und später an Karl  VI. (reg. 1711–1740) und wurde zumindest teils in deren Sammlungen inkorporiert. Von Karls Bibliothek gibt es ebenfalls einen Katalog, der frühestens 1739, wohl aber vor seinem Tod entstand.13 Einige wenige Musikalien aus Leopolds Schlafkammerbibliothek wurden in Karls Sammlung überführt und neu nummeriert (dazu weiter unten). Spätestens nach Karls Tod »verschwindet« die Samm- lung. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wurde sie in die Hofmusik über- führt. Dort lag sie, oder ihre Reste, als Moritz von Dietrichstein zum Hofmusikgrafen ernannt wurde. Dietrichstein oder einer seiner Mitarbeiter erstellte schließlich 1825 einen Katalog dessen, was er noch als Leopolds Sammlung identifizieren konnte.14 Die- ser wird zur Grundlage für die heute als »Leopoldina« geführte Sammlung, die als inkomplett gilt. Mit der Verlagerung aus der Kapelle in die Hofbibliothek (Prunksaal) wurde eine neue Nummerierung (»mittlere Signaturen«) erforderlich. Bei einem neu- erlichen Umzug wurde die Sammlung schlussendlich »durchnummeriert«.15 In dieser Form ist sie in der ÖNB erhalten. In der Zeit, in der die Sammlung Teil der Hofkapellbestände war, verschwan- den wesentliche Teile. Die 524 Nummern (mehrbändige Werke wurden einzeln gezählt; die Anzahl der Positionen ist also kleiner) enthielten jedoch auch Noten aus dem älteren Bestand der Hofkapelle, die mit Sicherheit nie zur Privatbiblio- thek gehörten, sowie einige Werke, die erst nach dem Tod des Kaisers entstanden. Andere, der Hofkapelle zugeschlagene Musikalien der Cubicularis werden bis jetzt nicht als »Leopoldina« aufgeführt. Dabei geht es um einen Bestand von mindes- tens 50, wenn nicht mehr Partituren. Vorlage für den Katalog dürften einerseits alte Signaturen gewesen sein, andererseits die Einbände selbst mit dem Portrait Leopolds und  /  oder dem kaiserlichen Wappen. Es könnte allerdings sein, dass der Doppeladler auch auf Noten aus der Bibliothek Josephs  I., über die bis jetzt nichts bekannt ist, gestanden haben könnte. Buchdeckel, die denen der Schlafkammer- bibliothek ähneln (in weißem Pergament gebunden und mit kaiserlichem Wappen), 13 A-Wn, Mus. Hs. 2452: Catalogo Delle Compositioni Musicalj: Continente, Oratori Sacri, Componimenti da Camera, Serenate, et Opere. Composte, e Rappresentate, sotto il Gloriosissimo Governo della S:a Ces:a e Real Catt:ca M:stà di Carlo  VI. Imperadore de’ Romani sempre Augusto. dall’A:° 1712. Con un’ Appendice in fine, d’alcune Compositioni Rappresentate in Tempo, che Regnarono gl’Aug:mi Imp:ri Leopoldo, e Giu- seppe I:mi di sempre gloriosa Memoria: consistente di Sepolcri, Oratori Sacri, Componimenti da Camera, et Opere. Compresovi le altre simili Composizioni Musicali dedicate humilissimamente alla stessa Ces:a e Real Cattolica Maestà di Carlo  VI. Da diversi Autorj; von dem Regierungsantritt bis vor dem Tod des Kaisers; letzte Einträge 1739. 14 A-Wn, Mus.  Hs.  2478: Verzeichniss jener Musikalien aus der Privat-Samlung weil: Allerhöchst: S:M: Kaiser Leopold  I., welche sich gegenwärtig noch in dem K.K. Hofmusikgrafenamts Archiv befinden. 1825. 15 Gmeiner 1994, S.  199–212, Tafel 14–20. Dort ist das »Nachleben« der Bibliothek ab 1825 ausführlich dokumentiert.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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