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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Greta Haenen 432 mit Musik aus (vor allem Wiener) Klöstern mit dieser Art der Signatur nur bis 1711 ge- führt werden. Umgekehrt befinden sich heutzutage in der Sammlung »Hofmusik  /  Hofkapelle« Teile der Schlafkammerbibliothek, und in der heute als »Schlafkammerbibliothek« geführten Sammlung gibt es wiederum Teile der alten Hofmusikbibliothek. Im Ver- zeichniss werden außerdem einige wenige Drucke genannt, die jetzt nicht im Be- stand Leopoldina enthalten sind. Die Provenienz alter (Musik-)Drucke in der ÖNB ist in vielen Fällen nicht mehr nachvollziehbar, oft existieren die Vorsatzblätter nicht mehr. Gelegentlich wurden die alten Signaturen mit der Schere weggeschnitten; nur selten sind so vollständig erhaltene Exemplare wie Schmelzers Violinsonaten (N.4. N.1.) erhalten,20 deren Zugehörigkeit zur Privatbibliothek offenkundig ist. Auch Widmungsexemplare, die nicht wie die vom Kaiser bestellten Bände gebunden sind, werden oft nicht als »Leopoldina« geführt. Manchmal sind die Ledereinbände de- nen der Partituren der Hofkapellbestände oder der Bibliothek Karls  VI. ähnlich und unterscheiden sich von diesen nur oder vor allem durch die Signatur der Privat- sammlung. Beispiele für »nicht konform gebundene«, als »Leopoldina« geführte Musikalien bilden die Prachtexemplare der Cembalowerke Johann Jakob Frobergers, die zum Teil Übernahmen aus der Bibliothek Ferdinands  III. sind. Das 2006 bei Sotheby’s versteigerte Buch Frobergers mit ebensolchem roten Prachteinband (wenn auch entschieden kleiner im Format) mit kaiserlichem Wappen wird allgemein nicht als zur Privatbibliothek ge- hörend geführt. Hier wäre jedoch zu bemerken, dass eine Widmung  – sie fehlt  – nicht unbedingt vorhanden sein muss, auch die Existenz einer entsprechenden Signatur ist nicht zwingend (siehe z.  B. Frobergers Libro quarto di Toccate, Ricercari, Capricci). Es bleibt die Frage, wieso Froberger in seiner eigenen Bibliothek eine solche Reinschrift in einem »kaiserlichen« Einband behalten würde, und ob ihm dies überhaupt gestattet wurde. Ich halte es trotz aller Gegenargumente für nicht undenkbar, dass dieses Buch zur Sammlung des Kaisers gehörte.21 Vielleicht gelangte die Handschrift auch erst nach Frobergers Tod in die Bibliothek des Kaisers. Das Argument, dass französische Musik oder Musik mit französischen Titeln am Hof nicht genehm sei, ist m.E. zu vernachläs- sigen. Auch der Entstehungszeitpunkt spricht nicht unbedingt gegen eine Aufnahme in die kaiserliche Sammlung. Da diese nach dem Tod seiner Söhne (allmählich) verstreut wurde, ist es nicht unbedingt verwunderlich, dass Teile der Bibliothek außerhalb Wiens überlebten. Einige Partituren haben die genannte Cubicularis-Signatur nicht mehr. Ei- nige Arienbände sind schwer einzuordnen. 20 Heutige Signatur: SA.82.F.31. 21 Siehe u.  a. Van Asperen 2007, u.  a. mit Argumenten zur stilistischen Zuordnung. Die Sachlage ist viel komplexer als die Dichotomie Italienisch-Französisch oder vermeintliche Rivalitäten auch auf kulturel- lem Gebiet vermuten lassen.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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