Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
Seite - 434 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 434 - in Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur

Bild der Seite - 434 -

Bild der Seite - 434 - in Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur

Text der Seite - 434 -

Greta Haenen 434 wahrscheinlich sogar entschieden mehr. Hinzu kommen die Kompositionen des Kaisers selbst (neben den Einlage-Arien und -Szenen): wie viel und was Leopold alles kompo- niert hat, lässt sich wegen der Verluste nur noch sehr ungenau sagen. Aus dem Ord- nungssystem heraus ließen sich aber eventuell Zuschreibungen bzw. auch Datierungen machen, die Vermutungen unterstützen können. Mehrere Bände der Privatbibliothek sind ohne Signatur erhalten. In einigen Fällen nennt das Verzeichniss eine jetzt nicht mehr vorhandene, wegrestaurierte alte Signatur. Einbände, deren Signatur nicht erhalten ist, kann ich nur bedingt für Zuschreibun- gen verwenden, allerdings werde ich gelegentlich eine mögliche Signatur vorschlagen. Neben Zuschreibungen kann man auch vage Datierungen machen. Sie lassen sich zum Teil aus den Einbänden erschließen, z.  B. aus dem Wappen, dem Kaiserbild, zum Teil auch daraus, welcher Notist die Partitur geschrieben hat. Bei Letzteren handelt es sich um die üblichen Notisten der Hofmusik: Alessandro Riotti, Gottfried Alois Gebauer u.  a. Manchmal sind die Bände signiert (»GAG« z.  B., oder es gibt charakteristische Feder- zeichnungen, die auf Riotti hinweisen). Gelegentlich gibt es auf einer Lage eine »frühe«, »mittlere« und eine »späte« Schicht. Zum Beispiel: N.5.N.1. enthält Giuseppe Tricaricos La gara della misericordia (1661) (späterer Einband), Schmelzers Le veglie ossequiose (1679), Pancottis Li tributi (1681) und Andreas Anton Schmelzers Arien Zue Den Baletten (1680–85).23 Ein anderes Beispiel: N.7. N.2. mit Bertalis (?) La Zenobia di Radamisto (1662) und Maria Magdalena (1661) neben Melchior d’Ardespins Il segreto d’amore (nur die Ballettmusik) (1690) so- wie Pietro Torris I preggi della primavera (1691).24 Der weitaus am häufigsten vertretene Komponist ist Antonio Draghi. Anhand sei- nes Œuvres lässt sich die Ordnung der Bibliothek am leichtesten verfolgen. Außerdem bieten seine Werke die Möglichkeit zu sehen, wie der kaiserliche Musikbibliothekar mit den unterschiedlichen dramatischen Gattungen umgeht. Ich werde im Folgenden Draghi zum Ausgangspunkt nehmen und andere Komponisten um ihn herum ordnen. Ich fange an mit den »großen repräsentativen Opern«, die in der Regel Dreiakter sind. Blau markierte Titel bezeichnen Werke, in denen es musikalische Einlagen des Kaisers gibt, rot markierte Werke sind verschollen. In Klammern steht der Name des Li- brettisten, sofern bekannt. Alle Handschriften liegen in der Österreichischen National- bibliothek. 23 Heutige Signaturen resp. Mus.  Hs.  18.716, 16.913, 18.895 und 16.588. 24 Heutige Signaturen resp. Mus.  Hs.  16.530, 16.010, 17.656 und 17.742.
zurück zum  Buch Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur"
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa