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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Die gespiegelte Inszenierung? 475 Bereich der Mittelloge zu beschränken. Der heute rot-goldene Gesamteindruck des Zu- schauerraumes stammt von der letzten Renovierung vor vierzig Jahren, das ursprüng- liche malerische Erscheinungsbild, für das der spätere Hofarchitekt Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg verantwortlich zeichnete, haben wir uns wahrscheinlich mit stärkeren blauen Akzenten vorzustellen.50 2.3 Schlosstheater Laxenburg Seit der Regierungszeit Kaiser Leopolds  I. weilte der Wiener Hof im Frühling stets für einige Wochen zur Jagd in Laxenburg im Südosten der Residenzstadt.51 Hier bewohnte die kaiserliche Familie ein mittelalterliches Wasserschloss, um das sich seit dem späten 17.  Jahrhundert weitere adelige Sommersitze gruppierten. Anlässlich der Aufenthalte des musikbegeisterten Kaisers kam es bereits im 17.  Jahrhundert zu regelmäßigen, vor allem nachmittäglichen Opern- und Theateraufführungen in Laxenburg. Eigene Thea- terräumlichkeiten existierten damals aber noch nicht, sondern es wurden temporäre hölzerne Bauten im Garten errichtet, oder man spielte der Einfachheit halber unter freiem Himmel; als natürliche Kulissen dienten dabei die Alleen des Schlossparks oder der Wassergraben rund um das Schloss.52 Auch Kaiser Karl  VI. hielt sich jedes Jahr zur Jagd in Laxenburg auf, weitreichende Bauarbeiten initiierten aber weder Leopold  I. noch sein Sohn Karl.53 Maria Theresia stand ausgedehnten Aufenthalten in Laxenburg anfangs reserviert gegenüber, war doch ihre erst dreijährige Tochter Maria Elisabeth im Juni 1740 ganz plötzlich dort verstorben;54 zu regelmäßigen und längeren Besuchen des habsburgi- schen Jagdsitzes kam es erst wieder seit 1750.55 Ein erster Hinweis auf eine zukünftige Nutzung von Laxenburg als Nebenresidenz findet sich in den Instruktionen für den neuen Schlosshauptmann Joseph Casimir Chevalier de Majo (28.  Juni 1748), in denen es unter anderen heißt, dass »wir  [Maria Theresia] uns nacher Laxenburg des Jahrs hin- durch öffters begeben, mithin in unserem Schloß aldorten residiren« werden.56 Nach der ersten Ausbauphase von Schloss Schönbrunn (1743–1749) zeigte die Herrscherin demnach auch in Laxenburg Interesse an einer baulichen Modernisierung des Anwe- 50 Endmayr 1984, S.  50–51 (Anm. 73), zit. den Restaurierungsbefund von Heliane Jarisch im Auftrag des Bundesdenkmalamtes im September 1979 (BDA, ZI 7899/79). 51 Zur Schlossanlage von Laxenburg vgl. zuletzt ausführlich Laxenburg 2013 und Beck 2017, S.  414–493. Beck bringt diverse Situationspläne und Grundrisse erstmals in eine chronologische Reihe. 52 Seifert 1985, S.  385, 409–411; Laxenburg 2013, S.  79–80. 53 Ebd., S.  110–112; Beck 2017, S.  416–419. 54 Khevenhüller-Metsch, Bd.  1 (1907), S.  170. 55 Beck 2017, S.  420. 56 HHStA, PFF (Privat- und Familienfonde), HA (Herrschaftsarchiv) Laxenburg, Band 8, pag. 10.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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