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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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493 KAVALIERSTHEATER AM HOF MARIA THERESIAS ZWISCHEN KAISERLICHER KULTURPOLITIK UND TRADITIONELLER HÖFISCHER REPRÄSENTATION Karin Fenböck Noch Ende des 17. bzw. Anfang des 18.  Jahrhunderts war ein Einfluss französi- scher Theaterkultur am Wiener Hof aufgrund der antifranzösischen Außenpolitik der Habsburger höchstens unterschwellig spürbar. Italienische Oper und mit ihr auch italienisch geprägter Gesellschafts- wie der Theatertanz gehörten noch unter Karl  VI. (1685–1740) zu den bevorzugten Unterhaltungsformen.1 Unter Kaiserin Ma- ria Theresia (1717–1780) begann eine außenpolitische Neuorientierung gegenüber Frankreich, die letztlich im renversement des alliances ihren Höhepunkt finden soll- te.2 Zugleich lässt sich am kaiserlichen Hof sowie in der Residenzstadt Wien auch eine kulturelle Annäherung an Frankreich feststellen. Gerade das höfische Theater spielte dabei eine wichtige Rolle im französisch-österreichischen kulturellen Trans- fer.3 Theatrale Darbietungen fanden in der Hofburg und im 1745 eigens errichte- ten Schlosstheater in Schönbrunn, aber auch in kleineren kaiserlichen Residenzen wie Schloss Holitsch und Laxenburg statt.4 Diese Aufführungen wurden nicht nur von den vertraglich dazu verpflichteten Ensembles des vom Hof finanzierten Wiener Theater nächst der Burg bzw. des Kärntnertortheaters bestritten.5 Ein kleiner Kreis hochadeliger DarstellerInnen und sogar Mitglieder der kaiserlichen Familie standen im Rahmen von Kavalierstheateraufführungen oder sogenannten Kammerfesten auf der Bühne. Je nach Anlass und Stück wurden dabei verschiedene Räumlichkeiten zu Spiel-Räumen adaptiert und einem sorgfältig ausgewählten Publikum zugänglich gemacht.6 Eine wichtige Quelle für die Nutzung der Räumlichkeiten der kaiserlichen Re- sidenzen stellen die Zeremonialprotokolle dar, in denen jeden Tag alle Handlungen der kaiserlichen Familie sowie alle Ereignisse am Hof aufgezeichnet wurden, die dem 1 Vgl. Dahms 2001, S.  110. 2 Vgl. Braun 2008, S.  91. 3 Vgl. ebd., S.  154–155. 4 Schloss Holitsch (Hólič, heutige Slowakei), eine der Herrschaften Franz Stephans. Vgl. Mrva 2000, S.  162–165 sowie Serfőző 2009, S.  315–339. Zu den höfischen Theateraufführungen in Holitsch bzw. anderen Adelstheateraufführungen vgl. Staud 1977. 5 Vgl. Hadamowsky 1994, S.  205. 6 Vgl. Kunz 1958, S.  3–71. Einige Abschnitte dieses Beitrags wurden meiner unveröffentlichten Doktor- arbeit entnommen: Fenböck 2013. Veröffentlicht in: Margret Scharrer, Heiko Laß, Matthias Müller: Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa. Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2019. DOI: https://doi.org/10.17885/heiup.469
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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