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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
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F | Fleischer844 der Äbtissin die Resignation verlangte, da sie mit der Durchsetzung der Trienter Beschlüs- se, die den Klosterfrauen vor allem ein Leben in strenger Klausur inklusive der Äbtissin abverlangte, und der Durchführung der damit verbundenen baulichen Maßnahmen nicht zurande kam, wurde E. M. am 31. Dezember 1625 zur Äbtissin gewählt. Sie wollte zunächst nicht in die Wahl einwilligen, was angesichts der ihr bevorstehenden Aufgaben, vor allem den Schuldenberg des Klosters abzubauen, gut nachvollziehbar ist. Ihre Hauptaufgabe, die völlige Umsetzung der Trienter Beschlüsse, nahm sie mit großem Ernst in Zusammenarbeit mit dem Salzburger Erzbischof wahr. Sie setzte sich mit den Reformvorschriften des Kon- zils intensiv auseinander und legte 1628 schriftlich ein 256 Seiten umfassendes an der Regel Benedikts orientiertes Dokument vor (die „Reformations-Punkten“). Unter anderem wur- den die Ämter neu geregelt und die Aufgaben umschrieben. In diesem Rahmen stellte sie auch die Verwaltung der Bücher auf eine neue Grundlage. Sie ließ alle auf dem Nonnberg vorhandenen Bücher von den Handschriften bis zu den Inkunabeln und der zeitgenössi- schen Literatur zusammenstellen, auch solche, die im Besitz der Nonnen waren. Es wurden Vorschriften für die Bücherpflege, den Leihverkehr und die Anschaffung der Bücher festge- legt und erstmals das Amt einer „Liberey-Meisterin“ (Bibliothekarin) geschaffen. In ihren Zuständigkeitsbereich fiel auch die Auswahl der Tischlesungen im Verein mit der Priorin. Sie war auch dazu angehalten, die Ablegungen der Gelübde, die Vergabe der Ämter und die Todesfälle in die dafür vorgesehenen Bücher einzutragen, eine Chronik zu führen und die Einträge ins Totenbuch vorzunehmen; darüber hinaus war sie für den Gottesdienst zustän- dig. Eine oder zwei Gehilfinnen waren ihr beigesellt, die so darauf vorbereitet wurden, ihre Nachfolgerin zu werden. Die Neuregelungen stellten auch die Musikpflege am Nonnberg auf eine neue Grundlage, die ob der strengen Klausur von den Stiftsdamen selbst bestritten werden musste. Dies fand auch Ausdruck in der von E. M. veranlassten Freskierung des Nonnenchors, wo auch musizierende Engel und Nonnen dargestellt sind (Husty 2003, 99, Abb. 4 und 5). Zur Pflege des rechten Gottesdienstes wurden bereits 1627 fünf große Anti- phonaria und zwei große Psalteria angeschafft. Die erste Bibliothekarin Maria Scholastica Mörman von Schönberg († 1635) war gleichzeitig Chorregentin und Capellmeisterin. Mit ihrem Wirken hat E. M. wesentlich zum Aufschwung und Ansehen des Klosters im 17. Jahr- hundert beigetragen, was nicht zuletzt im Musikleben der Nonnbergerinnen manifest wurde. Auch E. M. v. L. hat schließlich ihr Amt resigniert. Als im Sommer 1634 in Salzburg die Pest grassierte und der Konvent sich auf Schloss Lerchen in Radstadt zurückzog, erkrankte sie dort schwer. Am 5. Oktober 1634 legte sie ihr Amt nieder; am 26. November 1641 ist sie gestorben. W.: Reformations-Punkten (Salzburg, Kloster Nonnberg, Stiftsarchiv, Hs. 8 184 IIIa) L.: Bolschwing 1946, Esterl 1841, Hahnl 2003, Husty 2003, Schmidt-Sommer/Bolschwing 2002, Tietze 1913 Ingrid Roitner Fleischer Friederike, geb. Mann; Rechtsanwältin Geb. Wien, 11. 5. 1901 Gest. USA (?), 22. 6. 2001 Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Dr. Oskar Mann, Sektionschef im Finanzministerium, Ehemann: Dr.iur. Georg Fleischer (11. 1. 1904 Wien  – 10. 7. 1953, Washington D. C., USA),
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Band 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
biografiA.
Untertitel
Lexikon österreichischer Frauen
Band
1, A – H
Herausgeber
Ilse Korotin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1422
Kategorie
Lexika
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