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Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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denken und Kopfschütteln. Besonders gegen die Schaffung einer höheren Unteroffizierscharge, „Stabsfeldwebel" und Gleichgestellte, machte sich ein völligerWiderstand geltend, der eigentlichvomThron- folger, beziehungsweise dessen Militärkanzlei, ausging. Doch justum die Kreierung dieses Postens, der zweifelsohne sehr begehrt werden mußte und sogar eine Offiziersstelle bei den Unterabteilungen ver- fügbar machte, war's mir in erster I^inie zu ttm. Ich ließ nicht locker, kämpfte ein ganzes Jahr und erlebte die Genugtuung, bei meinem letzten Vortrag— knapp vor der Demission— die vollständige Fina- lisierung der Aktion dem Kaiser melden zu können. Der Erfolg dieser Aktion war ein durchschlagender. Schonim ersten Jahr des Bestehens der Verordnung, die allerdings schon die Unter- schrift meines, stets vom Glück gehobenen Nachfolgers trug, belief sich die Zahl derjenigen, die sich freiwillig zum Weiterdienen ge- meldet, auf einige Tausend. Im Weltkrieg bewährten sich die Stabs- unteroffiziere auf das glänzendste. Nahezu ohne Ausnahme mit der goldenen Tapferkeitsmedaille dekoriert, erwiesen sie sich als vorzüg- liche Zugs-, ab und zu sogar Kompanieführer. Leider fanden zahl- lose unter ihnen durch ihr militärisches Pflichtgefühl den Tod oder erlitten schwere Verwundungen. Einige Tage nach dem ersten Referat fuhr ich nach Wiener-Neu- stadt, wo mein Akademiejahrgang das 40jährige Ausmusterungs- jubiläum feierte. Von den 90 jungen Männern, die vor vier Dezennien ausdemHause in dieWeltgestürmt waren, standennoch60imLeben. Zwei Minister— Georgiundich—, derChef des Generalstabes— Con- rad— , und einArmeeinspektor— Schödler— ließen erkennen, daß unserm Jahrgang das Glück hold gewesen, insoweit es durch Er- klimmen der militärischen Hierarchie repräsentiert wird. Der einstige Jahrgangserste aber, der natürlich den Vorsitz führte, war als Major aus dem aktiven Dienst getreten. Ich reiste nach Budapest, um mich der dortigen Regierung vor- zustellen. Ministerpräsident Graf Khuen-Hedervary, den ich von früher kannte, kam mir in der ihm eigenen herzlich scheinenden Art entgegen. Selbstverständlich kehrte auch ich meine liebenswürdigste Seite heraus, ließ aber gleich durchschimmern, daß der materielle Zu- stand der Armee eine besondere Beachtung verdiene, weil er unge- nügend und rückständig sei. Auch den alten, einst vielgenannten General Baron Fejervary suchte ich auf. Er war auf seine Landsleute nicht gut zu sprechen und sah der Zukunft sorgenvoll entgegen, was zu seiner heiteren Lebensauffassung im Widerspruch stand. Dann ging ich ins Parlament, der Boden meiner künftigen Kämpfe. Dabei geleiteten mich einige Abgeordnete in charmanter Weise, allen voran 162
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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