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Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 178 -
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den Standpunkt der Negation verharrten. Graf Khuen leistete sich dabei dem Sinne nach folgende Äußerung: „Aus den Darlegungen Euer Exzellenz haben wir entnommen, daß es sich um Geschütze handle, die vornehmlich in einem Krieg gegen Italien zurVerwendung kommen würden. Da wir aber nicht wollen, daß es jemals zu solchem Kriege komme, ist dies für uns ein Grund mehr, diese Waffe zu ver- werfen. Und was dieAeronautik betrifft, würden Exzellenzambesten tun, sich an die Öffentlichkeit zu wenden, in der sich ohnedies An- sätze zur Schaffung einer freiwilligen I^uftflotte zeigen. Gibt es doch eine Menge unternehmungslustiger Sporthelden, denen es ein Ver- gnügen macht, sich den Hals zu brechen!" — So gesprochen im Dezember des Jahres igii! Es fällt mir nicht bei, mit dieser Darlegung den Grafen Khuen in ein schiefes Licht zu stellen. Trotz unserer durch die Verhältnisse aufgezwungenen Gegnerschaft war er mir eine sympathische Persön- lichkeit. Er erwarb sich auch zweifelsohne um I^and und D5niastie große Verdienste. Diese sachliche Schilderung soll nur zeigen, auf welche Abwege poHtischer Doktrinarismus führen kann, besonders wenn sich nationale und persönliche Voreingenommenheit dazu- gesellt. Nach allem wurde es mir sonnenklar, daß ich auf normalem Wege weder zu den 30,5 cm-Mörsem, noch zu einem Flugpark kommen würde, um so weniger, als sich auch Aehrenthal zu meiner Über- raschung in seinemSchlußwort an die Seite derVerneinenden stellte. In dieser Pflichtenkollision zwischen meiner Verantwortung für die Armee und der aus den Verfassungsgesetzen resultierenden Pflichten und Beschränkung wollte ich lieber letztere als erstere verletzen, zumal ja das Risiko hierfür nur von mir persönlich zu tragen war, hingegen die Folgen imgenügender Schlagfertigkeit unter Umständen den ganzen Staat in schwerster Weise belasten mußten. Und so beschloß ich, auf meine persönliche Verantwortung zwölf Batterien 30,5 cm-Mörser zu je zwei Geschützen samt der dazu- gehörigen Ausrüstung und Mimition (im Betrag von 30 Millionen) zu bestellen. (Der bezügliche Auftrag an die Firma Skoda wurde am 22. Dezember 1911 von mir persönlich gefertigt.) Gleichzeitig verwendete ich eine Million zur Beschaffung eines Flugzeugparkes und unterstützte das in Österreich bereits konstituierte Komitee zur Schaffung einer freiwilligen I^uftflotte mit meinem ganzen Einflüsse. Dem Kaiser mußte ich es melden. Er nahm diese Meldtmg schwei- gend entgegen. In diesem Moment war es zweifelsohne die richtigste Antwort. 178
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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