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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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der Schlacht bei Gorlice annähernd eintraten. Bei Ausarbeitung und Durchführung des Kriegsspieles wurde mir unsere schwierige stra- tegische Lage bei einem Auf- und Vormarsch nach Rußland so recht klar. Insbesondere für den Fall, daß die Russen das Ziel nehmen würden, das ihnen militärisch imd poHtisch am nächsten lag: den Massenanfall auf Österreich-Ungarn. In Budapest suchten mich viele Journalisten auf, um mich zu Interviews über die Ursache des so auffallenden imd auch in Ungarn von niemandem verstandenen Rücktrittes zu bewegen. Ich konnte darüber nichts sagen, da ich darüber selbst nichts wußte. Dies er- klärte ich meinen dortigen Bekannten und Freunden aus den Dele- gationsperioden, aUen voran dem seither verstorbenen Franz Heltai, der sich damals zum Oberbürgermeister von Budapest emporge- schwungen hatte. Und nun trat ein peinhches Vorkommnis ein, mit dem ich wohl in keinem Zusammenhange stand, das sich aber dennoch schwer über meinenWeg legteund das—ohne daß ichdavon eineAhnung hatte— den Start bilden sollte zu einer Hetzjagd, die meine Feinde gegen mich unternahmen. Es war, als wollte das Schicksal an einem Schul- beispiel zeigen, wie souverän es walten könne, wie sich unter seiner formenden Hand die belanglosesten, den Betroffenen fernstehenden Begebenheiten eignen, um aus Recht Unrecht, aus Verdienst Fehler zu gestalten. Das Grundmotiv, auf dem man offene und geheime Verfolgungen aufbaute, war der vorerst sich noch verbergende Verdacht, ich hätte persönliche materielle Vorteile gesucht. Zufällig fand man damit dasjenige, das meinem Wesen just am allerfremdesten ist. Nach Familie, Veranlagung, Erziehung und Werdegang zu allem eher als zum Erwerb geschaffen, hätte es mir, von der Absicht abgesehen, auch an jedem Sinn, geschweige denn an Geschicklichkeit zu jed- weder finanziellen Aktion gefehlt. Auf Ehren und Auszeichnungen und niemals auf Schätze und andere materielle Güter war mein Leben eingestellt. Mag sein, daß ich Illusionen und Phantomen nachjagte. Auf jeden Fall aber gab es praktischer veranlagte, die ökonomische Seite des Daseins besser würdigende Gemüter als das meine . . . Es trat daher zum furchtbaren Schaden noch der wahrhaft blutige Spott, daß gerade ich mich gegen derlei Anschuldigungen, die letzten Endes einen Kampf auf Leben und Tod ergaben, verteidigen mußte. Jenes verhängnisvolle Vorkommnis, das ich früher erwähnte, war der sogenannte ,,Cziffra-Prozeß", wobei es die Angeklagte wagte, meine Person willkürlich hineinzuzerren, um sich damit selbst ein Rehef zu geben. Um meinemGrundsatz vollkommensterObjektivität 236
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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