Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 238 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 238 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

Bild der Seite - 238 -

Bild der Seite - 238 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

Text der Seite - 238 -

von Gewehren auch älterer Konstruktion beauftragt sei. Da ergab sich denn die gewünschte Gelegenheit, wenigstens einen großen Teil jener mindertauglichen Gewehre umzusetzen. Mein damaliger Stellvertreter, Feldzeugmeister Krobatin, führte die weitere Aktion durch. Es wurde hierbei für 50000 alte Gewehre nahezu der volle Erzeugungspreis gezahlt, so daß dann fast die gleiche AnzahlmodernsterGewehresofortinBestellunggegebenw^erdenkonnte. Ich glaube, daß die ihrer wenig glücklichen finanziellen Aktionen wegen bekannte Kriegsverwaltung noch nie solch eine vorteilhafte Gebahrung bewirkt hat. Doch daraus resultierte noch ein günstiges politisches Moment. Denn in jenem Augenblick— Ende Oktober 1912— war es bereits klar, daß wir auf keinen Fall eine militärische Aktion zugunsten der Türkei unternehmen würden. Da sagte mir denn die politische Erwägung, daß es nur vorteilhaft sein könne, mit den Bulgaren in ein besseres Verhältnis zu kommen. Diese Ge- wehrlieferung war tatsächlich der erste Schritt hierzu, weshalb sich auch der damalige bulgarische Gesandte, Herr Salabascheff, inDankes- bezeugungen nicht genug tun konnte. Übrigens erfolgte diese ganze Aktion imEinverständnis mit demMinisterdes Äußern, nach erfolgter Berichterstattung an den Kaiser. Etliche Wochen nach Abwicklung dieser Angelegenheit entstand zwischen den früher genannten beiden Personen, der Oberstleutnants- witwe und dem Agenten, ein Provisionsstreit. Gegenseitige Beleidi- gungen führten dann zu einem Gerichtsprozeß, in dessen Verlauf die Verkaufsangelegenheit in gänzlich entstellter Form an die Öffent- lichkeit gezerrt wurde. Für einen Teil der Presse war dies ein willkommener Anlaß, über einen im öffentlichen Dienst gestandenen hohen Funktionär herzu- fallen und ihn niedriger Handlungen zu bezichtigen. Dagegen mit einer gerichtlichen Klage vorzugehen, ging nicht an, da mir von maß- gebendster Seite vorgehalten wurde, ein gerichtliches Verfahren zu vermeiden, um diese Transaktion mit einem der kriegführenden Staa- ten nicht zur amtlichen Kenntnis gelangen zu lassen, da es als Neu- tralitätsbruch gedeutet werden könnte. So mußte ich denn von einer gerichtlichen Verfolgung absehen. Auf eine im österreichischen Parlament (am 17. März 1913) ein- gebrachte Interpellation wurde von der österreichischen Regierung eine offizielle Erklärung emaniert, welche die vollständige Grund- losigkeit aller Verdächtigungen auf das entschiedenste betonte. Über- dies wurde gelegentlich der im Winter 1913/14 stattgefundenen Dele- gation der ganze Sachverhalt nochmals eingehend besprochen, und eine genaue ministerielle Darlegung allerWelt zur Kenntnis gebracht. 238
zurück zum  Buch Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung"
Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Aus Österreichs Höhe und Niedergang