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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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tionen hat es eben stets eine eigene Bewandtnis. Rechtzeitig, so- daß sie die gegnerischen Operationen wesentlich beeinflussen, bre- chen sie selten oder niemals los. Verliert dann der Teil, der auf sie hofft, ebnet sich die Erregung ziemlich bald und gründlich. Dringt er aber siegreich vor, dann erfolgt allerdings die Erhebung meist explosionsartig. Doch wird dieselbe dem eingedrungenen Be- freier häufig recht unangenehm und erschwert letzten Endes immer den Friedensschluß. Revolutionierungen sind also ein höchst zwei- schneidiges Mittel. Diese Proklamation wurde gleich bei Beginn des Krieges ausge- geben. Wir erhielten sie während der Fahrt auf den Kriegsschauplatz in Krakau durch den dortigen Polizeipräsidenten überreicht. Sehr schwungvoll gehalten, wurde darin nichts weniger als die ,,Befreiung des historischen Königreiches Polen" von der Russenherrschaft ver- sprochen. Es impressionierte mich unangenehm, denn es war mir klar, daß war damit auch auf Galizien verzichten. Geht es schlecht, so nimmt es natürlich Rußland, und geht es gut, so müssen v/ir das Königreich errichten imd imser Galizien als Morgengabe draufgeben.^) Am II. August gelangtevom Armeeoberkommando die erste große Emanation zur Ausgabe: die Bestimmung für die Fernaufklärung größten Stils. Die drei Armeen— i., 3. und 4.— sowie die beiden Armeegruppen— Köveß rechts, Kummer links— hatten sämtliche Kavalleriedivisionen bis an die großen feindlichen Infanteriekörper vorzutreiben. Beginn am 15. August. Dieser Kavallerieaufklärung hatte jene der Flieger in den gleichen Räumen voranzugehen. Der 4. Armee, die damals erst eine Kavalleriedivision— 6.— besaß, war der Raum zwischen Bug und Wieprz zugewiesen worden. Dieses weite Vorwerfen der Kavalleriemassen löste bei mir wie bei so vielen anderen Bedenken aus. Meiner und unserer Ansicht nach war damit ein kolossaler Kräfteverbrauch der Kavallerie verbunden, die Aussicht auf Erfolg aber nur eine spärliche. Dabei bedingte die topographische Beschaffenheit vieler Räume ganz unerläßlich, daß diesen Kavalleriekörpem entsprechende Infanteriekräfte beigegeben würden. Dies betraf vor allem die vor der i. und 4.Armee durch die Tanew-Region vorzutreibenden Kavalleriekörper, die in dieserSumpf- und Waldregion— nach den bei uns eben herrschenden Ansichten ^) Vier Jahre später brach dann nebst der polnischen auch die allgemeine Revolution tatsächhch aus. Doch so, daß sie den Krieg nicht für, sondern gegen die Mittelmächte entschied imd die österreichisch-tmgarische Monarchie in Trünmier schlug. Das Zündeln mit der Revolution kam uns daher teuer zu stehen. Die Entente errang durch die RevolutiondenSieg ! Ob sieihnauch so glanzvoll und vmbedingt alles beherrschend in Händen behalten wird, muü das groIBe Weltenschicksal entscheiden! 279
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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