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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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und Ausbildungsmaximen— ohne infanteristische Beihilfe nicht ge- lassen werden konnten. Der Effekt dieser Maßnahmen war eine ganz geringe Ergänzung der durch Flieger- und Kundschaftsnachrichten erbrachten Klärung. Der Nachteil dagegen war die Schwächung des materiellen Bestandes der Kavalleriekörper sowie viele Detailge- fechte, wobei der numerisch überlegene Gegner unsere mit größter Bravour angehende Infanterie zurückwarf. Da in jenem Momente— wie erwähnt— bei meiner Armee nur die 6. Kavallerietruppendivision angelangt war, wurde zunächst nur sie von der Fernaufklärung betroffen. Sie hatte die Richtung über Tomaszöw nach Zamosc und Cholm zu nehmen und schob zu diesem Zwecke ihre Nachrichtendetachements schon am 12. und 13. bis an die Grenze vor, die 5. Eskadron des Dragonerregiments Nr. 11 nach Narol. Diese wurde am 13. nachmittag in der Nähe dieses Ortes von zwei Sotnien Kosaken überfallartig angegriffen. Rittmeister Fiedler fiel, desgleichen der jüngste Leutnant, Baron Pflanzer Baltin— Sohn des nachmalig bekanntgewordenenArmeekommandanten—und eine große Anzahl Dragoner. Der 6. Kavallerietruppendivision waren ein Bataillon Deutsch- meister, Jäger-Bataillon 17 und ein BataÜlon des Infanterieregi- ments 89— zum X. Korps gehörig— zugewiesen. Später kam noch ein zweites Bataillon Deutschmeister hinzu, bei dem sich auch der Regimentskommandant, Oberst Baron Holzhausen, befand. Leider war der 15. August kein glücklicher Tag. Beim Angehen auf Tomaszöw traf Wittmann auf Ulanen und Kosaken, die im An- fang für Infanterie angesehen wurden, da sie alle abgesessen waren und versteckt in den Wäldern lagen. Gleich bei diesem ersten Zu- sammenstoße zeigte sich der kolossale Unterschied des beiderseitigen Ausbildungsmodus, davon wir die Schlagschatten empfinden mußten, da es zur Attacke nicht kam. Unsere Kavallerie fand in dem wald- bedeckten, unübersichtlichenTerrain keinrichtigesAktionsfeld, konnte die Artillerie nicht zur Verwendung bringen und scheint auch mit der Infanterie außer Kontakt geraten zu sein. Diese vollführte ihrer- seits einen Angriff, wobei der Regimentskommandant, Baron Holz- hausen, in der Schwarmlinie fiel. Außerdem wurde die Infanterie — Deutschmeister— von einem wohlgezielten Artilleriefeuer über- fallen, dem sie sich allerdings rasch entziehen konnte. So endete die erste Affäre just nicht befriedigend. NochamAbendkam ein General- stabsoffizier— Augenzeuge— ins Hauptquartier und erzählte den Hergang. Trotz kleiner Fanfaronaden hatte man das Gefühl, daß die Russen allseits gewaltigen Respekt einflößen. Besonders die Lanzen hatten in den Einzelkämpfen sehr imponiert, ebenso die Ge- 280
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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