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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Am 21. langten gute Nachrichten aus Tomaszow ein. Gleich früh- morgens ritt ich entlang des San, um die feldmäßigen Brückenan- lagen zu besichtigen. In den Mittagsstunden trafen präzise Flieger- meldungen ein, die das Vorrücken starker Kräfte aus Norden von lyUblin—Cholm meldeten. Wie gut war es, daß wir die nördlich führenden Marschlinien genau studiert hatten. Ich schrieb in mein Tagebuch: ,,Also noch vier bis fünf Tage— und dann wie Gott es will! Bin auf Conrads letzten Entschluß neugierig. Hoffentlich kommt er jetzt auf den richtigsten und vor allem glücklichsten Gedanken." Am 22. fuhr ich nach Jaroslau zum Besuch der Verwundeten. Im allgemeinen leichtere Fälle. Hauptsächlich 54er (i. Armee), die bei Friampol gegen die Übermacht losgelassen worden waren und starke Verluste erlitten hatten. Eine Folge der Kavallerieraids. Schadeum dieses brave Regiment. Jaroslau überflog ein deutscher Zeppelin, den wir bei einem Haar angeschossen hätten. Die 6. Kavallerietruppendivision ging nachKomarowundamAbend — die Kosaken vor sich hertreibend—bisZamosd vor—sehr schneidig und im Sinne des vom Armeeoberkommando herausgegebenen Be- fehles. Nur war dieDivision jetzt 80km vor der Armeefront, was in Anbetracht der Nähe der feindlichen Heereskolonnen nicht lange so bleiben konnte. An diesem Tage wurde ein großer Sieg der Deutschen bei Metz ge- meldet, doch auch— was uns näher lag— eine deutsche Niederlage gegen dieRussen (Stallupönen). Conrad dürfte dies schwerempfunden haben, denn mit dem erhofften Vorstoß der Deutschen auf Siedlec über denNarew war's jetzt für lange Zeit, vielleichtfürimmer vorbei. In der Nacht zum 22. hatten sich Abteilungen des 24. Landwehr- Infanterieregiments (13. Landwehr-Infanterietruppendivision) gegen- seitig angeschossen. Es gab Tote und Verwundete, darunter auch zwei Hauptleute. Nervosität! Sollte leider nicht das letztemal ge- wesen sein. Es kam überall, auch bei den Russen vor, wie wir später bei unserem Einrücken in Zamosd hörten. Am Abendkam die Nach- richt, Potiorek hätte 30 Bataillone Serben östlich Visegrad geschlagen. Es erfüllte uns mit Genugtuung. Viele glaubten auch, daß damit ein großer Erfolg errungen war. Ein schwerer Irrtum! Es fanden sich übrigens etliche, die jene Anschauung negierten. Doch selbst der größte Pessimist hätte es damals nicht für möglich gehalten, daß vier Monate nach jener Affäre die serbische Situation so gründlich verfahren sein würde. Am späten Abend traf die Disposition des Armeeoberkommandos 285
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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