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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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stark nördliche Richtung gekommen. IX. Korps ist abgenützt, des- gleichen VI. Korps. Kavalleriekorps existiert aber nur mehr zur Hälfte." „7 Uhr früh trifftOberleutnant vonCzemin, Generalstabsabteilung der 10. Kavallerietruppendi\'ision, ein. Berichtet über Zusammen- bruch derselben. Personalveränderungen werden unausweichlich sein. P'reilich wird das nicht ändern, daß die Division zunächst nicht gebrauchsfähig ist. Um 8Uhr wird das seit früh hörbare Ge- schützfeuer stärker. Vom VI.Korpskommando trifft die telephonische Meldung ein, daß die am rechten Flügel postierte 15. Infanterie- truppendivision unter Geschützfeuer furchtbar gelitten hat und zurückgenommen werden muß. . . ." (Dies berührte mich aber da- mals weniger, da ich des Glaubens war, daß die 19. Infanterie- truppendivision schon in der Nähe sei, wodurch die 15. Infanterie- truppendivision eine Stütze finden mußte. Den wirklichen Sach- verhalt erfuhr ich erst später.) . . . ,,Vom Armeeoberkommando kommt um 10 Uhr vormittags die telephonische Weisung, daß das XIV. Korps doch der 3. Armee abzugeben sei!!! Oberst von Soos ist knapp vorher mit dem Kommando dieses Kcgrps in telephonischer Verbindung gewesen. Hat daraus entnommen, daß es nach einemNachtmarsch sei, rasten müsse, dann aber sofort in Aktion treten wird, da es mit gegnerischen Vor- truppen schon im Gefechtskontakt steht." Dieser Zufallwarein Glück! Er und meinEntschluß, das Korps bei seiner geplanten Aktion nicht beirren zu lassen, war zum guten Teil die Veranlassung, daß die Schlacht von Zamos(5-Komar6w einem er- folgreichen Ende zugeführt werden konnte. Ohne das XIV. Korps hätte ich die Schlacht spätestensam folgenden Tage aufgeben müssen. Dabei hätte aber die 100km entfernt stehende 3. Armee daraus doch keinen Vorteil ziehen können, da das XIV. Korps am Wege dahin fraglos gestellt worden wäre. Somit wären in diesem Falle am 29. oder 30. August zwei Armeen gleichzeitig geschlagen worden. Ich muß bekennen, daß dieses Schwanken der obersten Heeresleitung in den allerwichtigsten Entschließungenmich in die peinlichste Situation brachte. Da ich jedoch das XIV. Korps in der Nähe wußte und in dessen Tüchtigkeit das größte Vertrauen setzte, sah ich die Gesamt- situation immerhin in günstigem Lichte, wenngleich ich bis zu jener Stunde vom Verbleib der 19. Infanterietruppendivision noch keine Nachricht hatte. „. . . Man bringt mir eine abgefangene russische Radiodepesche. Ich entnehme daraus, daß die gegnerische Gruppe, welche die 10. Ka- vallerietruppendivision überfallen und deroutiert hat, nicht aus acht 299
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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