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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Ursprünglich plante ich für den 3. September einen Besuch der Truppen auf dem Schlachtfelde. Die Weisungen dafür waren schon erlassen worden. Ich hätte mir und meinem Stabe diese via trium- phalis gerne gegönnt. Es wäre der erhebendste Moment meines lyC- bens gewesen. Auch ist der Kontakt zwischen Truppen und deren höchstem Führer für gegenseitiges Verstehen und Vertrauen stets von Vorteil. Doch die mittlerweile eingelangten Weisungen des Ar- meeoberkommandos und die hieraus entspringendenMaßnahmen und Arbeiten ließen diese Absicht nicht zur Ausführung kommen. Am denkwürdigen 2. September vertraute ich mich oft meinem Freunde, dem Tagebuch, an. Und wenn ich es jetzt überblättere, würde ich kaum glauben, daß diese Zeilen in den Jubeltagen eines siegreichen Feldherrn niedergeschrieben wurden. Leichtlebig veran- lagt, ersparte ich mir in ernsten Momenten doch nie die volle Wahr- heit, rechnete auf keine günstigen Zufälle. Eine strenge Mathematik schuf ich mir bei Beurteilung jeder Situation, besonders der mili- tärischen. Deren Ernst erkannte ich aber trotz des errungenen Sieges voll und ganz! Am Abend kam General der Kavallerie Graf Huyn, der das Kom- mando des XVII. Korps krankheitshalber abgegeben hatte. Ich be- dauerte dies aufrichtig, denn Graf Huyn war ein hochbegabter Gene- ral. Im Laufe des Nachmittags und Abends vernahmen wir viele erhebende Kampfdetails der Schlacht. Es stellte sich daher bei uns allen nun doch eine Siegesstimmung ein. Es war aber kein Bramar- basieren, nur ein Aufatmen nach schwerer harter Arbeit, an derman mit besten Elräften mitgetan hatte. So endete der 2. September 1914, der eigentliche Sclilußtag der Schlacht von Komarow. Sie war ein unendlich mühevolles Ringen mit vielen unliebsamen Zwischenfällen. Bei gleicher Bravour der Truppen, doch bei Überlegenheit des Gegners in den Kampfmitteln, behielten die eigene bessere Schlachtanlage und größere Beharrlich- keit und Zähigkeit der Durchführung schließlich doch die Oberhand. Dies darf man ohne Unbescheidenheit sagen, da es logischerweise der Schlachtverlauf selbst ergibt. Der operative Erfolg der Schlacht prägt sich am besten in der Frage aus: Was wäre die Folge gewesen, wenn Komarow mit einer Niederlage geendet hätte ? Zweifelsohne der Verlust des ganzen Feld- zuges. Denn ein siegreicher Vorstoß der Russen aus dem Räume von Komarow gegen den San hätte zu einem allgemeinen Debacle führen müssen. Der Sieg konnte aber von dem Momente an keine größeren operativen Erfolge erbringen, als die 3, Armee geschlagen war, wo- durch der eigene direkt gegenüberstehende Gegner nicht durchzügig 32^
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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