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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Kommen gerade vom Brotfassen, mit Wecken vollgepackt. Sollen durch meine Anwesenheit nicht gestört werden. Ich winke ihnen zu und quittiere die Hoch-, Hurra-, 2ivio-, Slava-, Eljenrufe. Freue mich über gute Stimmung unter den Leuten. Ein langer Korporal von den 84ern entpuppt sich als Marqueur des Cafe de l'Europe am Stefansplatz. MeinStammcafe. Ich begrüße ihn als guten Bekannten, was er stolz schmunzelnd entgegennimmt und Hurra ruft!" (8 Tage später lag der arme Mann in einem Leichenhügel nördlich Grodek.) ,,Ich berufe den anwesenden Korpskommandanten Friedl und den Divisionäi Erzherzog Peter Ferdinand zu mir, um den Verlauf der Schlacht zu besprechen. Befrage erstehen über seine Eindrücke be- züglich Verhaltens und Geist der Leute." (Bei den wechselvollen, in den Einzelheiten nicht durchaus erfolgreichen Kämpfen, die sich bei diesem Korps abgespielt hatten, war ich in jenem Moment über dessen Gesamtleistung noch nicht völlig im Klaren.) ,,Spreche aber anerkennende Worte^) und appelliere für weiterhin an Tüchtigkeit." „Dann nehme ich Erzherzog Peter Ferdinand vor. Ich wies vor- erst darauf hin, daß wir uns doch nicht im Manöver, sondern im Kriege befänden, der von uns allen unter Umständen auch die vollste Aufopferung verlangt, und sagte dann mit ernster Miene: ,Kaiser- liche Hoheit, ich bedaure! Sie haben Gelegenheit gehabt, dem Vater- land einen großen Dienst zu erweisen und sich selbst den Theresien- orden am Schlachtfelde zu erringen. Sie haben beides an sich vor- übergehen lassen. Durch Ihren Rückzug am 31. August haben Sie die Armee um ihre wertvollsten Früchte gebracht!' Der Erzherzog ist auf diese Reprimande sichtlich vorbereitet. Er steht schon mit einer Spezialkarte da, auf der sein Gener^lstabschef, Oberstleutnant Heller, die Situation vom Mittag des 31. eingezeichnet hat. Auf Grund dieser Skizze redet sich Peter auf die 9. Kavallerietruppen- division aus. Deren Gefechtsarbeit am 30. und 31. war allerdings sehr minderwertig, trotzdem läßt sich Peters verhängnisvolles Ab- schwenken nicht gut entschuldigen. Ich sage ihm das mit ernsten Worten, stelle weitere Erhebungen in Aussicht und empfehle mich von ihm in kühler Weise." Dies war mein Recht und es war sogar meine Pflicht. Außerdem war es das Geringste, was ich tun konnte. Ob's aber für öster- reichische Verhältnisse lebensklug war, ist eine andere Sache. Jeden- falls verdarb ich mir es durch dieses, sowie durch mein weiteres Ver- halten zu diesem kaiserlichen Prinzen endgültig mit allenmaßgeben- ^) Ich hatte daran wohlgetan. Denn nach Klänmg vieler Details sah man, daß das Korps, namenthch die 10. Infanterietruppendivision, vinter schwierigen Verhältnissen ganz Erhebliches geleistet hatte. 334
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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