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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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rate sofort auszufolgen. Wird pünktlich befolgt. Dem Hauptquartier bleiben daher kaum mehr einige Konservenbüchsen und ein wenig Zwieback." ,,Da alle Kommandanten des linken Armeeflügels in Krakoviec versammelt sind und auch, um den anderen Armeekolonnen freieres Spiel zu geben, lasse ich gleich Dispositionen für den 14. und 15. Sep- tember ausgeben." ,,Nachmittags treten wir den Weiterritt an. Mittlerweile haben die bei Swidnica imKampf gestandenenGruppen denRückzug begonnen, und entlang der ganzen Sklolinie sind Kämpfe im Gang. Die Be- nutzung der Chaussee gegen Radymno ist daher ausgeschlossen. Wir entscheiden uns für den Fahrweg über Kalniköw. Da— im Moment, als wir zu Pferd steigen— fliegt die erste Granate über Krakowiec. Und da sich unsere Batterien mittlerweile bei Gnojnica etabliert haben, stehen wir eigentlich zwischen den beiden Feuerlinien. Es handelte sich aber nur um minder bedeutende Kräfte. Wahrschein- lich die schon konstatierte Kosakendivision. Armeegruppenkomman- dantErzherzogJosef Ferdinand wird daher angewiesen, durch kurzen Vorstoß Gegner zurückzutreiben." (Was auch in der Folge gelang.) „Ich und Stab verlassen den Ort. Am Südausgang meldet ein Artillerieoffizier, daß der ganze Raum südlich des Ortes im Streu- feuer der gegnerischen Artillerie liegt. Auf ein weiteres Ausbiegen gegen Osten will ich mich aber nicht einlassen, i) Wir reiten daher bei wiedereinsetzendem Regen durch die gefährdete Zone. Im Schritt, um nicht Anlaß zu Mißdeutungen zu geben. Der Weg ist mit Flücht- lingen bedeckt. Viele Juden. Die Armen glauben, ihr Leben und ihr bißchen Hab und Gut durch Flucht retten zu können. DasWimmern und Klagen ist jammervoll. Trost und Beruhigungsworte fruchten natürlich nicht. Ein trauriges Kriegsbild! Von unserer Marschlinie wenige Meter entfernt, hält rechter Flügel unserer Truppe im Terrain gedeckt. Man kann das Einschlagen der Schrapnells und Granaten in allernächster Nähe beobachten. Doch sind die Truppen durch vorliegende Terrainwelle sichtlich vor Schaden bewahrt." (Es ist mir noch jetzt unverständlich, warum die russische Artillerie unsere über 100 Reiter zählende Gruppe nicht mit einigen Schüssen beehrte. Wahrscheinlichwurde siedurchdas eigene Lagenfeuer niedergehalten.) ,,Der Anblick des Gefechtes erweckt den Wunsch, den Verlauf des sich langsam vorbereitenden Angriffes einiger eigenen Bataillone zu beobachten. Doch ist der blutige Ernst der Situation eben keinSchau- spiel, und ich will es auch vermeiden, den Armeestab länger als nötig ^) Schon vormittags gerieten unsere rückfahrenden Autos ins Infanterie- feuer, das aber keinen Schaden verursachte. 364
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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