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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Eignung zu einem Generalkriegsrechnungskommissär besäße, aber nie zu einem Feldherrn! — In den letzten November- und ersten Dezembertagen gestalteten sich die Verhältnisse am nördlichen Kriegsschauplatz wieder kriti- scher. Das dirigierende Armeeoberkommando war nach Teschen zu- rückgegangen, und es wurde sogar dessen weitereRückverlegung nach Brunn ernsthaft erwogen. Die Russen hatten ganz Mittelgalizien überschwemmt, hatten die Verbündeten bis nahe an die schlesische Grenze gedrängt, mit der Beschießung der Krakauer Nordostforts begonnen und waren tief in die Karpathentäler Nordungarns ein- gedrungen. Erst in der Schlacht von Limanowa wurde dem Vor- dringen der Russen ein Riegel vorgeschoben. In dieser Schlacht kämpften Divisionen der 3. und 4. Armee, bei letzterer die 47. deut- sche Reservedivision, außerdem als Fußkämpfer die besonders tapfer fechtende österreichisch-ungarische 10. Kavallerietruppendivision. Der Hauptsache nach war's eine Soldatenschlacht, in der die größere Ge- fechtsgewandtheitund Kampfestüchtigkeitder Österreich-Ungarnund Deutschen den Sieg davontrugen. Zu gleicher Zeit setzte auch die große Offensive gegen Serbien ein. Merkwürdigerweise wurde auch sie mittels eines bombastischen Ar- meebefehls angekündigt, in dem fast unverblümt gesagt wurde, daß man vor Eintritt des Winters die Angelegenheit mit Serbien erledigt haben wolle. Dieser hoheitsvolleu Gebärde entsprachen aber die Machtmittel nicht, die für diesesUnternehmen zur Verfügung standen. Nach allem zu urteüen, dürften es etwa 10 Divisionen gewesen sein, die für den Haupteinbruch in Serbien bereitgestellt werden konnten. Dieselben waren in eine Armee— 5. Armee— und zwei selbständige Korps gegliedert, die teilweise aus Landsturmdivisionen zusammen- gesetzt waren. Der Einbruch erfolgte nach dem oft erprobten, aber nie mit Erfolg durchgeführten Rezept des umfassenden Angriffes von der Nordwestecke Serbiens aus. Objektiv betrachtet glaube ich, daß bei relativ so geringer, dem Gegner wahrscheinlich unterlegener Strei- terzahl ein anderer operativer Vorgang wohl kaum möglich gewesen wäre. Allerdings standen hierdurch die Chancen für das ganze Unter- nehmen von vornherein recht ungünstig. Ich kann nicht annehmen, daß der Oberkommandant, Feldzeugmeister Potiorek, dies nicht er- kannt haben sollte. Ob er die Offensive trotz alledem aus eigener Initiative unternahm oder ob er hierzu durch höhere Wünsche direkt, indirekt, vielleicht auch nur andeutungsweise veranlaßt wurde, wird man wohl erst später erfahren. Von authentischer Seite hörte ich, daß er während der Operationen gleichzeitig deren geschichtliche Be- schreibung niederlegte und sie an eine maßgebende Stelle täglich 412
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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