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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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kum noch rege. Überdies stand ich inWien für den serbischen Kriegs- schauplatz in ernstester Kombination. Der Zusammenbruch der gegen Serbien operierenden Armee war mittlerweile mit vielen Einzelheiten allgemein bekannt geworden. Die Nachrichten lauteten sehr betrüblich, und die bei solchen An- lässen stets auftretenden Übertreibungen ließen einen vollständigen Niederbruch der Armee annehmen. Da wurden denn in Armee und Publikum viele Stimmen laut, die mich zum Nachfolger im Kom- mando verlangten tmd darauf hinwiesen, daß mich auch meine Ver- trautheit mit den Balkanverhältnissen zum Oberkommandanten der dort in Verwendung stehenden Streitkräfte prädestinierte. Selbst der sonst so wenig mitteilsame Chef der jVIüitärkanzlei ver- sicherte mir später, daß man auf meine Person hatte greifen wollen. Ich glaube, daß in erster Linie das Armeeoberkommando, speziell der Armeeoberkommandant mit allen Mitteln dagegen agierte. Es schien sogar, als stünde eine Audienz der Gemahlin dieses obersten Heerführers damitimZusammenhange. ErzherzogFriedrichfürchtete, sich desavouiert zu sehen, wenn ich, durch ihn amoviert, nun wieder so rasch eine Auferstehung erlebt haben würde. Indeß verhielt ich mich am Semmering vollkommen ruhig, schrieb unter anderem für die ,,Neue Freie Presse" einen Weihnachtsgruß für unsere braven Soldaten und war auf die Lösung der Komman- dantenfragegespannt. Diese erfolgte danninderWeise, daßErzherzog Eugen wieder reaktiviert und mitdem Kommando der in eine Armee zusammengezogenen Streitkräfte an der Donau—Save betraut ^nirde. Ich fühlte, daß mit diesem Schachzug für mich das definitive Ende einer noch möglich gewesenen effektiven Tätigkeit gekommen war. So nahm ich denn vom denkwürdigen Jahre 1914 und gleichzeitig auch von meiner Lebensarbeit Abschied. Ich will nicht verschweigen, daß ich mit der Wiederverwendung zu tiefst doch gerechnet, weniger weil das kaiserlicheWortimHandbillett siemirverbürgt, sondern weil ich geglaubt hatte, man würde einen Führer, der bewiesen, daß er seine Sache verstünde, in dieser ernstesten Zeit des Staatslebens doch nicht aus Übermut und Willkür ganz verkümmern lassen. Das Jahr 1915 war das Jahr, das mir in weiterer Folge das größte Leid erbrachte. Es begann und endete mit einem Freitag und frei- täghch, im landläufigen Sinne, verlief es für mich auch tatsächlich. Wenn es einen Zweck hätte, Zeitperioden zu fluchen, wahrlich ich tat' es. Im Beginn des Jahres gab es einen nicht allzu rosig gefärbten Meinungsaustausch zwischen mir und dem Armeeoberkommando, 27 .\uffeiiberg 4^7
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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