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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Seite jenes strategische Verhältnis hergestellt, das gleich von allem Anfange an selbstgewollt anzunehmen gewesen wäre. Auch gab das — anfänglich— von keinem einheitlichen Plan und Willen dirigierte operative Verfahren der Gegner die erwünschte Gelegenheit, die an- fänglich verfehlte Grundidee nun sukzessive zu korrigieren. Durch den Hinzutritt der Türkei war indessen aus dem Zweibund ein Drei- bund geworden. Es sei erneuert hervorgehoben, daß im Laufe des Krieges nicht nur eine geradezu märchenhafte Anzahl von Ersatzformationen zur Aufstellung gelangte, die dann eine drei- und vierfache Wieder- geburt aller Truppenkörper ermöglichten, sondern daß überdies Neu- formationen in einer erstaunlichenMenge organisiert werden konnten. Daß dies alles schheßlich nicht genügte, um den entsetzlichen Nieder- bruch abzuwenden, ist eine so gewaltige Tragik, daß sie von den IVIit- lebenden und Mitleidenden noch gar nicht richtig erfaßt werden kann. Nur so ist es zu erklären, daß die über alles Maß heldenmütigen lyeistungen der Armee und Völker nirgends weniger anerkannt und gewertet wurden als just bei letzteren selbst. Solch ein grausames Geschick steht in der Geschichte aller Zeiten ohne Gleichnis da! Durch die Leistungen der Armee innerhalb des ersten Halljjahres des fürchterlichen Krieges waren dem übermächtigen Hauptgegner so viel Kräfte entzogen worden, daß auch seine zahllosen Kaders völlig geleert waren. Es traten daher die großen, breiten Massen einander gegenüber ohne gründliche Ausbildung, mit einem großen Einschlag nicht berufsmäßig geschulter unterer Organe selbst inner- halb der Stäbe und Leitungsbehörden. Da kam die höhere Wertig- keit unserer imd der deutschen Bevölkerung zur vollen Geltmig, namentlich in geistiger und moralischer Hinsicht. Besonders die un- geheuereMasse der aus den Intelligenzschichtenstammenden Reserve- offiziere ergab mit der Zeit eine durchaus ausreichende Qualität und hielt die nach Hunderttausenden zählenden Ersatz- und Land- sturmleute fest zusammen, vor allem in den Defensivkämpfen, die jetzt endlich an fast allen Fronten— zu unserem Glück— einsetzten. Diesem Umstände verdankte der Staat das Durchhalten in den Kar- pathenkämpfen, der ersten großen Kriseim Verlaufe des Weltbrandes. Die Siege, mindestens aber erfolgreich abgewehrten Angriffe in jenen Kämpfen, waren jedoch keinem überragenden müitärischen Talent, keinem vom Staat qualifizierten Feldherrn, sondern ausschließlich den Fronten zu verdanken. Ganz gleich wie einige Monate später an den italienischen Grenzen. Ein Ruhmeskranz für die alte Armee, die primäre Gerechtigkeit ihr auf das Grab legen muß!— 420
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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