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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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sicheres Urteil zu bilden. Er sagte, daß man den Angriff auf Frank- reich in Erwägung gezogen hätte, davon aber abgekommen sei, da hierdurch wahrscheinhch der Krieg einEndegenommen haben würde, bevor Italien niedergerungen und bestraft gewesen wäre. Wenn solche Idee tatsächlich bestand, so war sie jedenfalls eine der schwerwiegendsten Mißgriffe, die in diesem Kriege begangen wurden, denn: einer der großenEntscheidungsmomente des Krieges war unbenutzt vorübergegangen! Über einige Hauptmomente der eigenen Offensive gegen Italien und der bald darauf einsetzenden russischen Gegenoffensive soll später noch flüchtig gesprochen werden, während ich hier die Dar- stellung meiner persönlichen Erlebnisse wieder aufnehme. — Trotz aller Erfahrungen und Enttäuschungen hoffte ich, man würde mir zum mindesten das freiwillig geben, worauf ich den recht- lichen Anspruch hatte. Ich meine das mir gewaltsam abgenommene kaiserliche Handschreiben vom 23. Aprü 1915, beinhaltend die Ver- leihung der Baronie mit dem Prädikat von Komarow und im Zu- sammenhang damit die mir zugebilligte Personalzulage von 8000 Kr. Doch diese rechtliche, geradlinige Auffassung war eben nicht Sache der obersten Ingerenzen, die mich jetzt mehr denn je am liebsten ganz totgeschwiegen hätten. Ich wartete bis Ende Jänner 1916. Dann richtete ich eine Ein- gabe an den Generaladjutanten. Dessen Antwort war eine gewundene Erklärung, darin er mir ein dilatorisches Vorgehen proponierte und — gewissermaßen um mich in Respekt zu setzen— sub rosa auf das Votum des Ehrenrates hinwies. Daraus ent\^dckelte sich eine Korrespondenz, die sich stets verschärfte. Bei allen Gegenhieben vermied es der Generaladjutant aber wohlweislich und sorgsamst, meinen Rechtsstandpunkt irgendwie in Zweifel zu ziehen. Trotzdem vergriff er sich am 18. Februar 1916 zu folgender Niederschrift: ,,. . . Aus Hochderen Schreiben vom 12. d. M. erfahre ich, daß Euer Exzellenz meine Auffassung bezüglich dilatorischer Behand- lung der in Rede stehenden Angelegenheit nicht teilen, dieser viel- mehr Rechtsanschauungen bedeutender Rechtsgelehrter gegen- überstehen. Diese können an Allerhöchster Stelle, wo standesgemäße Auffassungen herrschen, im vorliegenden Falle nicht maßgebend sein . . ." Das Frühjahr setzte 1916 vorzeitig ein, was die Ausfülurung der Offensivpläne gegen Italien wesentlich begünstigte. Mitte Mai brach der Angriff los, und zwar vom erstenMomente an mit vollem Erfolg All die kriegerischen Erinnerungen der letzten Jahrhunderte, die 455
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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