Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 458 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 458 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

Bild der Seite - 458 -

Bild der Seite - 458 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

Text der Seite - 458 -

nordöstlichen Kriegsschauplatz wesentlich geändert hatten. Doch waren bis auf weiteres alle strategischen Reserven aufgebraucht, die Initiative, die die Mittelmächte an sich gerissen hatten, wurde nun wieder durch einen Positionskrieg an allen Fronten abgelöst, und die obere, selbst mittlere Führung ging gänzlich in deutsche Hände über. Seit der alte Donaustaat Krieg geführt, waren seine Truppen und Armeeeinheiten niemals in so ein subordiniertes Verhältnis gebracht worden wie im Sommer 1916. Ein Verhältnis, das dann großenteils auch weiter so blieb und erstam Schlüsse des Krieges einem wesent- lich geänderten Modus Platz machte. Nicht zum Vorteil der Sache! Ich erhielt in jenen traurigen Tagen Hunderte von Zuschriften und Kundgebungen. Doch in m.einem Innern fand wahrlich kein anderes Gefühl Platz als das der tiefsten Trauer über das schwere Unglück des Vaterlandes. . . . ImSommer hatte ichdann die Gelegenheit, die dritteIsonzoschlacht zwar nicht mitzumachen, wohl aber mit anzuhören. Rutzing, wo wir wieder weüten, lag im engsten Kriegsgebiet. An regenfeuchten Tagen vernahm man Schuß auf Schuß, und das Trommelfeuer dröhnte, daß man meinte, die Geschoßaufschläge prallten an die nächste Terrain- welle an. Namentlich während jener Schlacht, in der es den Italienern endlich gelang, sich Görz' zu bemächtigen. Die letzten Augusttage erbrachten den rumänischen Einbruch. Icii will mich hier nicht in Erwägungen über die rumänische Kriegspolitik ergehen, will nur erwähnen, daß sich nach Eintritt der kriegerischen Aktionen die Deutschen wieder auf höchster Höhe physischer und intellektueller Leistungsfähigkeit erwiesen. Zum Glück der Mittel- mächte konnten sich die Rumänen nicht behaupten, was zu einer unserer positiven Überraschungen des Weltkrieges zählte. Doch be- züglich der Grundidee, die dem rumänischen Feldzugsplan unterlag, darf man— so glaube ich— keine absprechende Kritik üben. Ihre Hauptkräfte nach Siebenbürgen zu werfen, um den ohnedies schon gefährdeten rechten Flügel der Verbündeten zu deroutieren und in weiterer Folge die ganze Karpathenfront zu erschüttern, war zweifels- ohne ein richtiges operatives Verfahren. Die Ausführung mochte nicht glücklich gewesen sein, überdies setzte die mit großer Geschick- lichkeit und Energie geführte deutsch-bulgarische Offensive ein, so daß der rumänische Kriegsplan in sich zusamm.enbrach. Auch die gegnerischen Kräfte, die die Dobrudscha verteidigten, versagten, und die russischen Verstärkungen waren zu gering, um einen Umschwung herbeizuführen. Überdies zeigten sich die unter deutscher Führung stehenden Mittelmächte auch im weiteren Verlauf dieses Feldzuges auf geradezu klassischer Höhe.— 458
zurück zum  Buch Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung"
Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Aus Österreichs Höhe und Niedergang