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nordöstlichen Kriegsschauplatz wesentlich geändert hatten. Doch
waren bis auf weiteres alle strategischen Reserven aufgebraucht, die
Initiative, die die Mittelmächte an sich gerissen hatten, wurde nun
wieder durch einen Positionskrieg an allen Fronten abgelöst, und die
obere, selbst mittlere Führung ging gänzlich in deutsche Hände über.
Seit der alte Donaustaat Krieg geführt, waren seine Truppen und
Armeeeinheiten niemals in so ein subordiniertes Verhältnis gebracht
worden wie im Sommer 1916. Ein Verhältnis, das dann großenteils
auch weiter so blieb und erstam Schlüsse des Krieges einem wesent-
lich geänderten Modus Platz machte. Nicht zum Vorteil der Sache!
Ich erhielt in jenen traurigen Tagen Hunderte von Zuschriften
und Kundgebungen. Doch in m.einem Innern fand wahrlich kein
anderes Gefühl Platz als das der tiefsten Trauer über das schwere
Unglück des Vaterlandes. . . .
ImSommer hatte ichdann die Gelegenheit, die dritteIsonzoschlacht
zwar nicht mitzumachen, wohl aber mit anzuhören. Rutzing, wo wir
wieder weüten, lag im engsten Kriegsgebiet. An regenfeuchten Tagen
vernahm man Schuß auf Schuß, und das Trommelfeuer dröhnte, daß
man meinte, die Geschoßaufschläge prallten an die nächste Terrain-
welle an. Namentlich während jener Schlacht, in der es den Italienern
endlich gelang, sich Görz' zu bemächtigen.
Die letzten Augusttage erbrachten den rumänischen Einbruch. Icii
will mich hier nicht in Erwägungen über die rumänische Kriegspolitik
ergehen, will nur erwähnen, daß sich nach Eintritt der kriegerischen
Aktionen die Deutschen wieder auf höchster Höhe physischer und
intellektueller Leistungsfähigkeit erwiesen. Zum Glück der Mittel-
mächte konnten sich die Rumänen nicht behaupten, was zu einer
unserer positiven Überraschungen des Weltkrieges zählte. Doch be-
züglich der Grundidee, die dem rumänischen Feldzugsplan unterlag,
darf man— so glaube ich— keine absprechende Kritik üben. Ihre
Hauptkräfte nach Siebenbürgen zu werfen, um den ohnedies schon
gefährdeten rechten Flügel der Verbündeten zu deroutieren und in
weiterer Folge die ganze Karpathenfront zu erschüttern, war zweifels-
ohne ein richtiges operatives Verfahren. Die Ausführung mochte
nicht glücklich gewesen sein, überdies setzte die mit großer Geschick-
lichkeit und Energie geführte deutsch-bulgarische Offensive ein, so
daß der rumänische Kriegsplan in sich zusamm.enbrach. Auch die
gegnerischen Kräfte, die die Dobrudscha verteidigten, versagten, und
die russischen Verstärkungen waren zu gering, um einen Umschwung
herbeizuführen. Überdies zeigten sich die unter deutscher Führung
stehenden Mittelmächte auch im weiteren Verlauf dieses Feldzuges
auf geradezu klassischer Höhe.—
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Eine Lebensschilderung
- Title
- Aus Österreichs Höhe und Niedergang
- Subtitle
- Eine Lebensschilderung
- Author
- Auffenberg von Komarów
- Publisher
- Drei Masken Verlag München
- Location
- München
- Date
- 1921
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.4 x 21.6 cm
- Pages
- 536
- Categories
- Geschichte Nach 1918