Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 468 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 468 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

Bild der Seite - 468 -

Bild der Seite - 468 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

Text der Seite - 468 -

Angelegenheit, wirkte aber im letzten Moment doch überraschend. Zu den sachlichen Motivenkam nun noch der maßgebende Umstand, daß für den prädominanten deutschen Einfluß, der allseits walten sollte, leider aber dann weniger denn je gewaltet hat, an der Spitze des österreichisch-ungarischen Generalstabes eine rangjüngere Kraft zweifelsohne besser geeignet war, als ein Feldmarschall. Schließlich haben, wie dies bei uns mal Regel war, auch private Momente bei Conrads Enthebung mitgesprochen. In diesen Blättern ist Conrads Wirken wiederholt in objektiver Weise geschildert worden. Seine Verdienste, die sich namentlich um Gorlice kristallisieren, wurden hoch belohnt. Der Marschallstab, die Kriegsdekoration zu allen Großkreuzen und schließlich auch das Großkreuz desMaria-Theresia-Ordens zeigen deutlich, daß ihm gegen- über mit Anerkennung nicht gegeizt wurde. Dagegen belud man ihn niemals mit Verantwortung für die Fehler, die schließlich ihn als Leiter der Operationen belasten, mindestens aber mitbelasten. Daß er mir in meinem persönlichen Kampf gegen die zu allem fähige Übermacht keine Stütze bot, soll hier weder erörtert, noch ihm nachgetragen werden. Er tat nur, was andere auch taten. Außer diesen obersten Persönlichkeiten glitten noch dei gentium minorum aus dem Armeeoberkommando ab, doch wurde ihnen ein Begräbnis erster Klasse zuteil.— In den Winter- und Frühjahrsmonaten 1917 ergaben sich auf dem' russisch-rumänischen, sowie auf dem italienischen Kriegsschauplatz keine belangreichen Frontereignisse. Im Westen bewirkten die Deut- schen den berühmt gewordenen Rückzug aus einer vorderen in eine rückwärtige Kampffront. Er repräsentierte einkaumzu überbietendes Beispiel taktischer Geschicklichkeit und gewann hierdurch die Be- deutung eines— allerdings nur negativen— Erfolges. Der Mangel größerer strategischer Reserven ermöglichte eben keine günstigere Kombination. Hierzu kam dann aber, daß die Wahrscheinlichkeit eines effektiven Eingreifens seitensNordamerikas stetsdeutlicher in Erscheinung trat. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß man in dieser Richtung bei der deutschen obersten Heeresleitung die Verhältnisse zu optimistisch beurteilte. Ein Überschätzen der Resultate des U-Bootkrieges, als Gegenstück ein Unterschätzen der Fähigkeit Nordamerikas, gewaltige Heeresmassen zu effektiver Verwendung zu bringen, erbrachten ein politisches und müitärisches Kalkül, das von folgenschwerster Be- deutung wurde. Ein Niederschlag der Stimmungen und Differenzen, die diesbezüglich zwischen den obersten deutschen Autoritäten ge- waltet haben mochte, war auch hier in den Kreisen der deutschen 468
zurück zum  Buch Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung"
Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Aus Österreichs Höhe und Niedergang