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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Angelegenheit, wirkte aber im letzten Moment doch überraschend. Zu den sachlichen Motivenkam nun noch der maßgebende Umstand, daß für den prädominanten deutschen Einfluß, der allseits walten sollte, leider aber dann weniger denn je gewaltet hat, an der Spitze des österreichisch-ungarischen Generalstabes eine rangjüngere Kraft zweifelsohne besser geeignet war, als ein Feldmarschall. Schließlich haben, wie dies bei uns mal Regel war, auch private Momente bei Conrads Enthebung mitgesprochen. In diesen Blättern ist Conrads Wirken wiederholt in objektiver Weise geschildert worden. Seine Verdienste, die sich namentlich um Gorlice kristallisieren, wurden hoch belohnt. Der Marschallstab, die Kriegsdekoration zu allen Großkreuzen und schließlich auch das Großkreuz desMaria-Theresia-Ordens zeigen deutlich, daß ihm gegen- über mit Anerkennung nicht gegeizt wurde. Dagegen belud man ihn niemals mit Verantwortung für die Fehler, die schließlich ihn als Leiter der Operationen belasten, mindestens aber mitbelasten. Daß er mir in meinem persönlichen Kampf gegen die zu allem fähige Übermacht keine Stütze bot, soll hier weder erörtert, noch ihm nachgetragen werden. Er tat nur, was andere auch taten. Außer diesen obersten Persönlichkeiten glitten noch dei gentium minorum aus dem Armeeoberkommando ab, doch wurde ihnen ein Begräbnis erster Klasse zuteil.— In den Winter- und Frühjahrsmonaten 1917 ergaben sich auf dem' russisch-rumänischen, sowie auf dem italienischen Kriegsschauplatz keine belangreichen Frontereignisse. Im Westen bewirkten die Deut- schen den berühmt gewordenen Rückzug aus einer vorderen in eine rückwärtige Kampffront. Er repräsentierte einkaumzu überbietendes Beispiel taktischer Geschicklichkeit und gewann hierdurch die Be- deutung eines— allerdings nur negativen— Erfolges. Der Mangel größerer strategischer Reserven ermöglichte eben keine günstigere Kombination. Hierzu kam dann aber, daß die Wahrscheinlichkeit eines effektiven Eingreifens seitensNordamerikas stetsdeutlicher in Erscheinung trat. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß man in dieser Richtung bei der deutschen obersten Heeresleitung die Verhältnisse zu optimistisch beurteilte. Ein Überschätzen der Resultate des U-Bootkrieges, als Gegenstück ein Unterschätzen der Fähigkeit Nordamerikas, gewaltige Heeresmassen zu effektiver Verwendung zu bringen, erbrachten ein politisches und müitärisches Kalkül, das von folgenschwerster Be- deutung wurde. Ein Niederschlag der Stimmungen und Differenzen, die diesbezüglich zwischen den obersten deutschen Autoritäten ge- waltet haben mochte, war auch hier in den Kreisen der deutschen 468
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
Geschichte Nach 1918
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