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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 473 -
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Seite - 473 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

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Gemisch ihrer Charakter- und Geistesgaben, nach ihrer Erziehung und Umgebung die richtigen Mittelsmänner, um die Katastrophe hereinbrechen zu machen und sie nicht aufhalten zu können. Ihr persönliches Geschick war mitunter ungerecht hart und grausam. Doch über Einzelschicksale, und sei es auch der Höchsten, geht die Weltordnung mit souveräner Gleichgültigkeit hinweg, jenen dunklen Zielen zu, die wir Menschen vielleicht ahnen, doch nie zu erforschen vermögen. Was die Antike ,,Verhängnis" nannte, lastete mit ganzer Schwere auf dem Zaren, und die fast nie fehlende Ironie eines grausamen Geschickes erbrachte es, daß gerade jener Herrscher, der denWunsch hegte, ein Friedensapostel zu werden, in ein Meer von Blut und Tränen tauchen und darin auch untergehen mußte." ,,Und die Armee? Die war eben das Produkt despotischer, auto- kratischer und vor allem b^'zantinischer Erziehung. Zwar gut dis- zipliniert und gegen den äußern Feind ein massiges und furchtbares, wenngleich etwas plumpes Instrument, doch versklavt und daher ohne wirkliches Interesse für die Dynastie und den Herrscher, wenn beide auch scheinbar bis in die Wolken erhoben wurden. Nie haben versklavte Armeen, deren Stützen— also die Offiziere— gewöhnt wurden, in erster Linie nach der ,,obersten Meinung" zu fragen. Großes geleistet, nochwaren sie ein wirklicherund verläßlicher Schutz- schild, wenn sich ernste Gefahren für die obersten Träger der Macht einstellten. Nur innerlich freie, selbstbewußte Männer, die bei aller Königstreue den Mut der eigenen Überzeugung und das Gefühl der eigenen Würde sich erhalten, werden nie zu Verrätern werden. La- kaienseelen, und trügen deren Träger auch noch so goldbetreßte, ordensübersäte Uniformen, werden sich entweder verkriechen oder sich sofort der neuaufstrebenden Macht zuwenden, wenn sie ver- meinen, daß sie stärker als die bisherige sein dürfte. Und auch auf Prätorianer, deren Führer sich übrigens meist in Eifersucht bekriegen und denen häufig Vaterlandsliebe fremd ist, wird nie ein Verlaß sein, wie dies die Geschichte aller Zeiten weist. Treten dann noch bei einem mäßig begabten und w^enig charakterfesten, ja vielleicht auch eigensinnigen Herrscher Akte der Ungerechtigkeit imd Wülkür und eines an Cäsarenwahn gemahnenden Despotismus dazu, dann bedarf es eben nur kritischer Momente, auf daß dieser Herrscher urplötz- lich seiner tönernen Machtlosigkeit bewußt wird und ins Exil oder aufs Schafott wandern muß." „Das mögen sich alle Könige sagen, die da meinen und glauben, noch immer schrankenlos und nur den eigenen Impulsen folgend, walten und herrschen zu können ..." 473
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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