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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Siege der Welt ein Erlöser undPfadweiser werden können. Versailles, St. Germain und Trianon werden aber durch Jahrhunderte eine bluttriefende Geißel bleiben.— Den Sommer und Herbst des Jahres 1917 brachte ich wie alljähr- lich auf Schloß Rutzing zu, und ähnlich wie im Vorjahr hatte ich Gelegenheit, das Toben der Schlacht mit anzuhören. Diesmal war's die 10., und 11. Isonzoschlacht. Wieder die vernehmbaren Schläge des Trommelfeuers, das Anschwellen und Näherrücken des Kampfes, dann das Einschwenken des Feindes gegen Süden und das allmäh- liche Erstarren in der erreichtenLinie. Wie gedrückt fühlte ich mich, als kampffähiger Mann stummer, weitabstehender Zuhörer bleiben zu müssen! Das ganze Savetal war mit Truppen auf Retablierung, mit Ersatz- formationen und Feldanstalten angefüllt. In der nächsten Nähe unseres Sommersitzes kantonierte zuerst ein Bataillon des Infan- terieregiments Nr. 8, gleich darauf das Infanterieregiment Nr. 55, mit deren Kommandanten und Offizieren wir einen anregenden Ver- kehr pflegten. Die Truppen machten einen günstigen, kriegerischen Eindruck, und als sie rasch nacheinander alarmiert wurden und in die tosende Schlacht abrückten, nahmen wir von ihnen bewegten Abschied. Unmittelbar darauf kamen die Deutschen. Es waren die Divi- sionen, die unter Below zur 12. Isonzoschlacht herangezogen wurden, da die kritischen Ereignisse und die daraus resultierende bedenkliche taktische Situation der vorhergegangenen 11. Isonzoschlacht bewie- sen, daß wir auch an dieser Front deutscher Unterstützung nicht entraten konnten. Stellte man einen Vergleich zwischen unseren und den deutschen Truppen an— theoretisch, denn praktisch war es mir doch nicht vergönnt, so sehr ich es auch gewünscht hätte— so läßt sich derVergleicham bestenfolgendermaßen zusammenfassen. Zwischen den Leuten an sich, zwischen der inneren Ordnung des Dienstganges und der Disziplin war kein wesentlicher Unterschied zu merken. Doch gewissermaßen vom Hemd am Leibe angefangen, in der Ausrüstung, im Pferdematerial, Train und Nachschub waren die Deutschen zweifellos weit überlegen. Sie waren vielleicht keine sehr angenehmen Gäste, weil sie rücksichtslos forderten, wessen sie bedurften. Sie zahlten wohl, doch nach dem amtlichen Preisregister, der die tatsächlichen Preise bedeutend unterbot. Die Bevölkerung war ihnen nicht überall hold, was auch durch die nationale Differenz bedingt war. Doch die Ordnung wurde nirgends gestört, woran der große Respekt, den die Deutschen sich überall zu verschaffen wußten, 476
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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