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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
Seite - 482 -
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hätte nichts geändert, denn der Staat lag damals schon eben in Agonie.— Trotzdem, ja vielleicht eben darum, machte sich just in jener Zeit der Byzantinismus in ganz besonderer Weise geltend. Das Herrscher- paar wurde durch Schmeichelei, Liebedienerei und Servilismus völlig betört, woran sich leider nicht nur die Hofschranzen beteiligten. Was Wunder, wenn das junge Paar dann wirklich an seine Gott- ähnlichkeit glaubte! Byzantinische Extempora waren immer das sichere Kennzeichen eines staatlichen Niederganges.— Im Frühjahr 1918 hielt ich auf Ersuchen der Vereinsleitung der ,, österreichischen politischen Gesellschaft" einen Vortrag, darin ich meine Anschauung über die indessen eingesetzte große Offensive an der Westfront darlegte. Ich sprach über die Entwicklung des Weltkrieges im allgemeinen. Der deutschen Heeresleitung gedachte ich in rühmendsten Worten, hielt jedoch mit äer berechtigten Frage und Kritik zurück, warum diese Offensive — gleich jener im Frühjahr 1916 — ohne unsere Mitwirkung zur Ausführung gelangt war. Diese Zurückhaltung war um so notwendiger, als die Operationen sich im vollen Gange be- fanden. Jetzt, zwei Jahre später, kann darüber freimütig gesprochen wer- den, da man auch die Zusammenhänge klarer erkennen kann. Als authentischer Behelf hierzu kann die Erklärung gelten, die der be- vollmächtigte General bei der deutschen Botschaft, Generalmajor von Cramon, im Frühjahr 1919 niederlegte, als Entgegnung auf einen vom österreichischen Generalmajor von Lerch gehaltenen und zur Veröffentlichung gdangten Vortrag, der sich mit der erwähnten Frage beschäftigte. Ich gebe diese Gegenerklärung im Auszuge wörtlich wieder. ,,Dem Herrn Verfasser (General von Lerch) dürfte bekannt sein, daß tatsächlich seit Ende 1916 eine gemeinsame oberste Kriegsleitung bestanden hat, bei der in letzter Instanz der deutsche Kaiser die Ent- scheidung haben sollte. Aber nicht bekannt wird ihm sein, daß diesem gemeinsamen Oberbefehl seitens des kaiserlich und königlichenArmee- oberkommandos zu wiederholtenmalen eine schwere passive, aber un- bedingt zielbewußte Resistenz entgegengesetzt wurde, die zu brechen aus allen möglichen, hier nicht näher zu erörternden Gründen leider nicht gelang. . , ." „Es sind andere Einflüsse gewesen, die ein gedeihliches Zusammen- wirken nicht aufkommen ließen und die es wiederholt verhinderten, alle verfügbaren Kräfte an eine Stelle zusammenzuziehen. Daß die 482
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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