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Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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erst in fünf Jahren möglich sei, wo man neuerdings über die Aus- gestaltung der Armee verhandeln könne. Der Kriegsminister erwidert, daß, wenn er auch die nachgesuchte Ermächtigung erhalte, selbst bei schleunigster Bestellung mindestens ein Jahr ver- ginge, bevor letztere effektuiert werden könne. Zieht man die Sache aber noch hinaus, dann könnte der Moment eintreten, wo dies zu spät sei. Als Soldat treibe er keine Politik, doch könne er die Augen nicht verschließen und über die Truppenmassierungen in Oberitalien und den pathologischen Zustand des italienischen Volkes nicht ein- fach hinausgehen. Er erbitte sich daher nochmals die prinzipielle Zustimmung, die Bestellung machen zu dürfen. Die Bezahlung, respektive die budgetmäßige Bedeckung könne ja später erfolgen. Der königlich ungarische Ministerpräsident möchte sich in gewisser Beziehung den Ausführungen seines öster- reichischen Kollegen anschließen. Man könne ein halbes Jahr nach abgeschlossenem Faktum nicht mit neuen Anforderungen kommen. Nach seiner Anschauung habe sich nichts Überraschendes ereignet. Das, was in Italien vorgeht, geschieht seit Jahren und es kam doch zu keinem Krieg, und wenn diese Dinge dort auch fortgesetzt werden, wird es doch zu keinem Kriege kommen. . . . Er müsse sich auf das entschiedenste dagegen aussprechen, daß man eine Ermächtigung ausspreche und die Bedeckung dann erst suche. . . . (Bogen II:) Der Vorsitzende, Graf Aehrenthal kehrt hervor, daß zu den außerordentlichen Vorschlägen des Kriegs- ministers beide Ministerpräsidenten und der königlich ungarische Fi- nanzminister das Wort ergriffen und ihren Standpunkt sehr klar zum Ausdruck gebracht haben, der im großen und ganzen ablehnend sei. Beide Minister würden selbstverständlich mit der Bewilligung nicht zögern, wenn der verantwortliche Minister einen Krieg für imminent hielte. Seine Pflicht sei es daher, zu dieser Frage in prä- ziser Weise Stellung zu nehmen. Indem er dies tue, müsse er— über- einstimmend mit dem Grafen Khuen — erklären, daß er keinen Grund sehe, weshalb die Kriegsgefahr jetzt größer sein sollte, wie vor einem Jahr. . . . Der Minister des Äußeren müsse daher an dem Grundsatze fest- halten, tunlichst alles zu vermeiden, was geeignet wäre, in Italien 508
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Titel
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Untertitel
Eine Lebensschilderung
Autor
Auffenberg von Komarów
Verlag
Drei Masken Verlag München
Ort
München
Datum
1921
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.4 x 21.6 cm
Seiten
536
Kategorien
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