Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Seite - 401 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 401 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2

Bild der Seite - 401 -

Bild der Seite - 401 - in Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2

Text der Seite - 401 -

Adolf Grohmann (1887–1977) 401 zeichnet werden darf und schlechterdings unersetzlich ist, zumal die Originale zum Teil bereits nicht mehr existieren. Es sichert und ermöglicht Deutscher Forschung die führende Stellung auf diesem Wissensgebiete. Leider sind diese Bestände seit der Intensivierung der Luftangriffe der unmittelbaren Gefahr der Feindeinwirkung ausgesetzt, und so habe ich mich entschließen müssen, das Material nach Kärnten zu bringen […]112. Es gelang ihm jedoch nicht, alle seine Manuskripte außer Landes zu schaffen, erst 1949 wurden ihm die letzten Kisten aus dem Orientalischen Institut übergeben, jetzt allerdings stilisierte Grohmann sich zu einem Internationalisten, der seine Materialien im Interesse internationaler Forschung wieder in seinen Besitz bringen wollte113. Er selbst nutzte einen Forschungsaufenthalt in Österreich und quartierte sich bei seiner inzwischen verheirateten Tochter Irmelin ein. Genauso überlegt, wie er seine Flucht aus Böhmen betrieben hatte, bemühte er sich jetzt um die Wiedereingliederung in Österreich. Von seinem neuen Quartier aus ließ sich Grohmann vonseiten des Orientalischen Ins- titutes in Prag einen „Persilschein“ über sein Verhalten während der Zeit des Nationalso- zialismus ausstellen : Professor Vincenc Lesný bestätigte ihm mit Schreiben vom 2. August 1945 : Die Direktion des Orientalischen Institutes in Prag III, Lazenska 4, bestätigt, dass Herr Professor Dr. Adolf Grohmann während der Kriegszeit als Direktor des Institutes dieses vor der Verschmelzung mit dem Deutschen Institute bewahrte, dass er für die finanzielle Sicherung des Institutes sorgte, dass er das Vermögen des Institutes ungeschmälert in die tschechischen Hände überführte und dass er in jedem Falle die Belange des Orientalischen Institutes zu dessen wissenschaftlichen Vorteil wahrte. Ferner bestätigt der jetzige Direktor des Institutes gerne, dass Herr Prof. Dr. Grohmann sich gegen uns, die tschechischen Mitglieder des Institutes, sich stets rücksichtsvoll und korrekt verhielt und dass er mit uns, den Angestellten, tschechisch sprach114. In gleicher Weise äußerte sich Zdeněk Fafl : Ich bestätige gerne als damaliger Geschäftsführer des Orientalischen Institutes, dass Sie als Leiter des Institutes in der Kriegszeit stets die Interessen des Institutes vertreten und verteidigt haben. Sie sind für die Aufrechter- haltung des Institutes energisch eingetreten und haben die Gefahr der Auflösung des Institutes bzw. seiner Eingliederung in andere Institute abzuwenden gewusst. Sie haben auch für die finanzielle Selbständigkeit des Institutes gesorgt und dem Institute regelmässige Subventionen des Schulministeriums gesichert, so dass das Vermögen des Institutes ungeschmälert erhalten werden konnte. Dadurch wurde ermöglicht, dass das Institut seine wissenschaftliche Tätigkeit in der Kriegszeit fortsetzen und seine Publikationen weiter herausgeben konnte. Ich benütze 112 BAB, R 31/548 ; Ellinger, Orientalistik (wie Anm. 6) 73, hier zit. nach Reinfandt, Papyrologist (wie Anm. 11). 113 Sie [die Lebensarbeit Grohmanns bzw. die Bearbeitung der Materialien] hat effektiv internationalen Charakter und dient der internationalen Wissenschaft. AÖAW, phil.-hist. Kl., PA Grohmann, Schreiben Grohmanns an den Generalsekretär der ÖAW, Joseph Keil, vom 28.07.1948. 114 AÖAW, phil-hist. Kl., PA Adolf Grohmann, Schreiben vom 02.08.1945.
zurück zum  Buch Österreichische Historiker - Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2"
Österreichische Historiker Lebensläufe und Karrieren 1900–1945, Band 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Österreichische Historiker
Untertitel
Lebensläufe und Karrieren 1900–1945
Band
2
Autor
Karel Hruza
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2012
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78764-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
678
Schlagwörter
Lebensläufe, Werke und gesellschaftliches Wirken österreichischer Historikerinnen und Historiker, Geschichtsforschung
Kategorie
Biographien
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Österreichische Historiker